Das Handy als Briefmarkenkiller?

19. August 2008

Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass man in der heutigen Gesellschaft immer noch nicht alles gemütlich von zu Hause per E-Mail erledigen kann? Da heißt es dann bei verschiedenen Bestellungen und besonders bei Kündigungen, dass man das Ganze ausgedruckt und über den Postweg zur jeweiligen Behörde oder zum jeweiligen Unternehmen schicken muss. Einen Drucker hat man ja normalerweise daheim und wenn er sogar funktioniert, ist die erste Hürde schon genommen - vorausgesetzt die Formulierung ist mit Leichtigkeit aus der Feder geflossen, aber vor dieser Herausforderung bewahrt einen selbst die E-Mail nicht. Auch sie will geschrieben und gut formuliert sein. So weit, so gut. Papier war im Haus, Drucker funktioniert und dann hat man sogar noch einen Briefumschlag gefunden! Doch da war noch etwas… ja, genau: Die Briefmarke. Man hätte den Brief so einfach morgens auf dem Weg zur Arbeit schnell einwerfen können. Aber nein, auf Grund dieses kleinen, klebenden Vierecks, muss man einen Parkplatz suchen, sich in eine Schlange stellen und darauf warten, dass man an die Reihe kommt. Mit diesem Umstand soll jetzt Schluss sein: Seit Freitag, dem 15. August, kann man Standardbriefe und Postkarten per Handy frankieren. Einfach eine SMS mit dem Stichwort “Brief” oder “Karte” an die Nummer 22122 schicken. Man bekommt dann umgehend einen Code zurückgeschickt, der auf dem Brief oder der Karte anstelle der Briefmarke vermerkt werden muss. Der Dienst ist zur Zeit im Markttest und wird in Zusammenarbeit mit T-Mobile und Vodafone angeboten. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Im Verhältnis zum traditionellen Weg mit Briefmarke ist das Verschicken relativ teuer. 85 Cent für eine Karte und 95 Cent für einen Standardbrief plus SMS- oder Gesprächsgebühren ist mir persönlich einfach zu teuer! Da werde ich mich lieber weiterhin oben geschilderter Tortur aussetzen. Wenn die Preise allerdings gesenkt würden, wäre ich sofort mit von der Partie! Auch wenn es schade um die gute alte Briefmarke ist.

Olympia 2008 - Was tun, wenn der Fernseher streikt oder außer Reichweite ist?

15. August 2008

Von Lappalien wie einem kaputten Fernseher oder olympiafeindlichen Arbeitszeiten lässt sich ein echter Olympia-Fan nicht unterkriegen. Wozu hat man denn ein Handy? Verschiedene Angebote ermöglichen es dem Nutzer immer up-to-date zu sein. Auf dem web’n walk Portal von T-Mobile kann man sich über ein Olympia-Special freuen. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit das Ganze live über MobileTV zu verfolgen. Wenn allerdings nicht der Fernseher schuld hat, sondern der Arbeitgeber sollte man sich überlegen, ob man sich nicht mit einem SMS- oder MMS-Service zufrieden gibt. Schließlich ist Fernsehen auf der Arbeit nicht gern gesehen. Auch Vodafone bietet News, Fernsehen und SMS/MMS-Service. Zusätzlich gibt es verschiedene mobile Internetadressen, die Informationen zur Verfügung stellen. Beispielsweise Yahoo, die BBC und die ARD bieten interessanten Seiten an.

Mobiles Fernsehen hat natürlich den Vorteil, dass man Hambüchens unglückliche Patzer oder Britta Steffens Freude über ihre “geile” Goldmedaille live mitverfolgen kann und nicht auf die Wiederholung in den Nachrichten angewiesen ist. Denn wer möchte seinen Favoriten nicht auf dem Weg zum Sieg begleiten oder mit ihm über eine nichtausreichende Leistung trauern? Und das ohne zeitliche Diskrepanz!

Es zeigt sich: Ein wirklicher Olympiafan findet seinen Weg, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Am schönsten wäre es ja, es würde endlich ein Weg gefunden werden, sich mit dem Handy direkt nach Peking, China zu beamen, um die Spiele dort live anzusehen. Doch ich glaube, dass wir darauf noch ein wenig warten müssen und in der Zwischenzeit tut es auch ein Webportal, mobiles Fernsehen oder ein SMS-Service.

Freie Meinungsäußerung in China? SMS macht’s möglich!

5. August 2008

Die Zensur der Medien in China, speziell auch des Internets ist uns allen schon seit längerem ein Begriff. Selbst im olympischen Pressezentrum ist der Zugang eingeschränkt, auch wenn für Olympia jetzt eine Lockerung greift und einige traditionell zensierte Seiten zugänglich gemacht wurden.
Doch China hat jetzt die SMS entdeckt, im positiven wie im negativen Sinne: Da die 850 Millionen Mobiltelefone in China nicht alle kontrolliert werden können, setzt China nun darauf, den Eindruck einer allgegenwärtigen Kontrolle hervorzurufen. Frei nach dem Motto: Big Brother is watching you! Somit wurden kürzlich in Lhasa massenweise SMS verschickt, die die Bevölkerung der tibetischen Stadt daran erinnerten das Gesetz einzuhalten. Das US-Magazin Newsweek nannte die neue Strategie der psychologischen Einschüchterung ‘Repression 2.0‘. Die Version 1.0 war subtiler, hintergründiger. Doch die Tatsache, dass SMS eben nicht kontrolliert werden können, birgt auch ein großes Potential: In der chinesischen Stadt Xianmen protestierten etwa eine Million Chinesen per SMS gegen den Bau einer Chemiefabrik, die Paraxylol herstellen sollte, bei dessen Produktion hochgiftige Abfälle entstehen. Der Bau wurde gestoppt. Ein großer Erfolg für Xianmen, dank dem Short Message Service.
Wir werden in Zukunft noch einiges hören von der Mobilfunktechnologie und ihrem Potential. Es ist schon erstaunlich, was alles damit machen kann: Barack Obama nutzt SMS-Nachrichten, um seine Wähler an den Wahltermin zu erinnern und die Chinesen zum Protest und zur Unterdrückung gleichzeitig. Die Politik im Allgemeinen scheint sich immer mehr an den modernen Formen der Informationsübermittlung und an Mobile Marketing-Strategien zu orientieren. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit bis uns Angie auch per SMS über aktuelle Vorkommnisse informiert. Als Podcast ist sie ja schon erhältlich!

Interessante Daten zum Thema mobiles Internet

24. Juli 2008

Stellen Sie sich vor, Sie könnten das Internet immer und überall nutzen… Moment, das geht doch! Mit Hilfe des Handys kann man verschiedene Internetservices (fast) überall nutzen.
Sie warten auf eine wichtige E-Mail, aber haben keinen Zugang zum Computer? Rufen Sie sie einfach über Ihr Handy ab. Sie diskutieren über etwas mit einem Freund und sind sich sicher, Recht zu haben? Beweisen Sie es mit mobilem Internet. Sie suchen nach einem bestimmten Geschäft, aber haben die Adresse vergessen? Suchen Sie sie im mobilen Internet. Sie sitzen wartend an der Bushaltestelle und sind total gelangweilt, weil der Bus Ewigkeiten braucht? Laden Sie sich ein Handyspiel runter. Es gibt so viele Gelegenheiten, bei denen das mobile Internet Ihr Leben einfacher und angenehmer gestalten kann, dass ich mich frage, warum so wenige Deutsche es wirklich benutzen.

Eine Studie von Nielsen Mobile zeigt, dass 15,6% der Amerikaner mobiles Internet nutzen, aber nur etwa 7% der Deutschen. Deutschland ist bei der Studie, bei der 16 Länder untersucht wurden, auf Platz 8 gelandet, die USA hingegen auf dem ersten und UK mit etwa 13% auf dem zweiten. Im Mai 2008 gab es in den USA 40 Millionen aktive Internetnutzer. Von 2006 auf 2008 verdoppelte sich die Anzahl der aktiven Nutzer fast. Überraschenderweise stellte die Gruppe der 35- bis 54jährigen 37% der Nutzer. Ich hätte gedacht, dass die Nutzer eher jünger sind, aber die 13- bis 24jährigen machen nur etwa 25% aus. Die zweitgrößte Altersgruppe sind die 25- bis 34jährigen mit etwa 27%. Keineswegs überraschend jedoch ist, dass die über 55jährigen mit etwa 11% die wenigsten Nutzer stellen. Es kann abschließend festgestellt werden, dass die 25- bis 54jährigen Amerikaner das mobile Internet am meisten nutzen.

Aber nicht nur die Anzahl der Nutzer unterscheidet sich von USA zu Deutschland, auch die Top5 der verwendeten Geräte: In den USA werden sie vom Motorola RAZR/RAZR2 angeführt, das mit 10% auf dem ersten Platz gelandet ist. Es folgt das Apple iPhone mit 4%, die RIM Blackberry 8100-Serie (2%), die RIM Blackberry 8800-Serie (2%) und die Motorola Q-Serie (2%). In Europa (untersucht wurde u.a. Deutschland) steht das Nokia N95 mit 5% an erster Stelle, das Nokia N70 folgt auf dem zweiten Platz mit 4%, gefolgt vom Motorola RAZR/RAZR2, Sony Ericsson K800i und dem Nokia N73 mit jeweils 3%.

Interessanterweise zählen zu den Top3 Webservices in den USA Portale - wie Yahoo und Google - E-Mail und das Wetter. Ich persönlich finde es merkwürdig, dass Leute ihr Handy verwenden, um Informationen über so etwas Triviales wie das Wetter abzurufen, aber offensichtlich ist das genau das, was sie interessiert. Immerhin ist das Wetter nur an dritter Stelle und an erster und zweiter stehen Portale und E-Mail. Das ergibt mehr Sinn für mich. Ich nehme an, dass auch wenn wir Deutschen ein bisschen skeptischer zu sein scheinen in Bezug auf neue Technologien, in der Zukunft ein Großteil der deutschen Bevölkerung mobile Internetflatrates nutzen wird und sich ein Leben ohne ständigen Zugang zum Internet gar nicht mehr vorstellen kann.

Mobile Marketing in Perfektion oder wie Obama die Massen begeistert

18. Juli 2008

Mobile Marketing ist in Deutschland immernoch ein umstrittenes Thema, weil viele Menschen Angst davor haben, mit unerwünschten SMS überschwemmt zu werden. In Amerika ist das anders. Dort wird Mobile Marketing genutzt wie nirgendwo anders. Das Paradebeispiel heißt Barack Obama, der derzeitige Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterhält eine Website, auf der man sich kostenlos anmelden kann, um via SMS über Obamas Aktivitäten, Reden und die Wahltermine auf dem Laufenden gehalten zu werden. Zusätzlich kann man zu den Themen Gesundheit, Ausbildung, Irak etc. Informationen per SMS anfordern. Besonders junge Wähler fühlen sich von diesem fortschrittlichen Wahlkampf angezogen. Ich persönlich halte das für eine gute Errungenschaft: Man wird kurz informiert und hat die Möglichkeit bei weitergehendem Interesse per Internetrecherche weitere Informationen einzuholen.

Laut einer Studie der University of Michigan und der Princeton University wurde die Wahlbeteiligung bei den Wahlen im November 2006 um etwa 4% gesteigert, indem die Wähler per SMS einen Tag vor den Wahlen daran erinnert wurden, wählen zu gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Effekt unter anderem dadurch zustande kommt, dass sich der Wähler persönlich angesprochen fühlt. Gerade junge Wähler, die oftmals gar kein Festnetz haben, sind durch die traditionellen Methoden schwer zu erreichen. Auch Nachrichtensendungen im Fernsehen sprechen eher das ältere Publikum an. Die Mobile-Marketing-Methode wurde nicht nur von 59% der Wähler als hilfreich und sinnvoll angesehen, sondern verursachte auch nur geringe Kosten.

Obamas äußerst professionelle Mobile-Marketing-Kampagne wurde von der Politics Online Conference 2008 mit dem Golden Dot Award 2008 für Best Mobile/Text Message Campaign bedacht. McCain setzt auf eine traditionelle Werbekampagne, da kann für Obama ja eigentlich nichts mehr schiefgehen!

In Deutschland ist Mobile Marketing gerade in der Politik noch gar nicht populär. Ich persönlich fände es gut, wenn ich mich über Termine und Neuigkeiten im Bereich Politik per SMS informieren lassen könnte. Im stressigen Alltag wäre das eine echte Hilfe, um auf dem Laufenden zu bleiben und den Wahltermin nicht zu verschwitzen. Wichtig ist, den schlechten Ruf der Handywerbung hierzulande zu überwinden und es den Menschen als freiwilliges Informationsmedium näherzubringen! Im Informationszeitalter sollte von den Informationsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden!

Raus aus der Schublade und ab in die Post – Handyrecycling ist einfacher als gedacht

15. Juli 2008

Bei vielen Menschen vergammeln alte Handys einfach daheim in der Schublade. Bei mir ist das ganz genauso: Ich habe bisher keinen Gedanken daran verschwendet, wohin damit. In die Schublade und weg! Dass es aber einige Möglichkeiten gibt, das alte Handy umweltgerecht zu entsorgen, und dabei evtl. etwas zu verdienen oder der Umwelt zu helfen, war mir bisher nicht bewusst. Ich habe mich einfach nie darum gekümmert. Einigen meiner Mitmenschen scheint es genauso zu gehen: Laut einer Studie von Nokia werden gerade einmal 3% aller alten Mobiltelefone recycelt und nach Schätzungen des Marktführers der Recycling-Branche Umicore ist es sogar nur 1%. Da wundert man sich schon, wo die ganzen Mobiltelefone hinverschwinden. Schließlich wurden 2007 1,2 Milliarden produziert. Laut einem Bericht der US-Regierung wird vermutet, dass schon im Jahre 2005 eine halbe Milliarde Handys in US-Schubladen ein Schattendasein fristeten. Tendenz steigend. Warum ist das eigentlich so? Was bringt einen dazu ausrangierte Elektronikkleingeräte massenweise aufzuheben? Ist es die emotionale Bindung an das Kommunikationsgerät, das einem so viele schöne Verabredungen beschert hat? Oder ist es einfach nur, weil ein paar Handys mehr oder weniger in der Schublade einfach nicht stören? Ein anderer möglicher Grund ist, dass viele einfach nicht wissen, wo man das Handy abgeben kann.

Doch gibt es gute Gründe sich mit dem Thema Handy-Recycling einmal näher zu beschäftigen:

In Mobiltelefonen sind Schwermetalle, wie beispielsweise Cadmium oder Blei, enthalten, die die Umwelt belasten, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt werden. Elektronikkleingeräte dürfen daher auch nicht in den Hausmüll gelangen. Zusätzlich enthalten Handys wertvolle Rohstoffe, wie Gold, Platin oder Kupfer. Diese Stoffe sind zwar nur in kleinen Mengen enthalten, bei einer halben Milliarde Alt-Handys würde jedoch einiges zusammenkommen. Die Wiederverwendung dieser Rohstoffe schont die Ressourcen und somit auch die Umwelt.

Hat man sich nun entschieden, das Handy aus der Schublade zu nehmen und es zu recyclen, stellt sich die Frage, wem überlasse ich meinen veralteten Mobilfreund?

Eine gute Möglichkeit bietet T-Mobile zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. Man kann die Versandtaschen kostenlos auf der T-Mobile-Seite im Internet bestellen und das Porto für den Handyversand wird auch übernommen. Zusätzlich werden pro Telefon 5 Euro an die Deutsche Umwelthilfe überwiesen, um Umwelt- und Naturschutzprojekte zu unterstützen.

Eine andere Möglichkeit bietet Vodafone. Auch hier kann man die Versandtaschen kostenlos bestellen und das Handy kostenlos versenden. Ein Betrag von 3,50 Euro wird pro Handy an die Deutsche Kinderkrebsstiftung überwiesen.

Für die Geschäftstüchtigen unter uns hat Talkgreener.de ein interessantes Angebot: Je nach Handymodell und Funktionstüchtigkeit bekommt man einen bestimmten Betrag für sein altes Handy - auch für kaputte Handys. Außerdem wird für jedes eingeschickte Handy ein Baum gepflanzt. Bei diesem Modell profitiert sowohl die Umwelt als auch man selbst. Auch hier können die Versandtaschen kostenlos im Internet bestellt werden.

Bei all diesen Vorteilen fragt man sich, warum man die alten Handys nicht schon längst einem dieser Anbieter hat zukommen lassen. Bei soviel gemeinnützigem Potential sollte man nicht lange fackeln und sich auf die Bestellformulare der Versandtaschen stürzen. Ich warte schon darauf, das meine ankommen und ich mit meinen ausrangierten Handys endlich einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann!

Wie groß ist das Potential des Handyspiele-Marktes?

1. Juli 2008

Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner steckt sehr viel Potential in diesem Markt: Bis Ende dieses Jahres wird ein Zuwachs von 16,1 % erwartet. Das bedeutet bis Ende des Jahres wird die 4,5 Milliarden-Dollar-Marke geknackt. Im Vergleich zum Bereich Musik muss noch einiges aufgeholt werden, aber Experten sagen Großes voraus.

Dennoch müssen noch einige Hürden genommen werden. Auf der Entwicklerkonferenz Quo Vadis in Berlin wurde über die Wachstumsbremsen diskutiert: Generell müssten die Nutzer müssen besser informiert werden. Die Angst vor Download-Gebühren, versteckten Kosten und Abo-Gebühren sitzt tief und bringt so manchen potentiellen Kunden dazu lieber die Finger vom mobile gaming zu lassen.

Viele Kunden sind sich gar nicht bewusst, dass man mit ihrem Handy nicht nur telefonieren kann, sondern auch zocken. Das nächste Problem ist der Download: Wie das technisch vonstatten geht, ist vielen Nutzern ebenfalls ein Buch mit sieben Siegeln.

Ein weiteres Problem ist die große Masse an Spielen, die Monat für Monat auf dem Markt geworfen werden. Qualität und Innovation werden - bildlich gesprochen - einfach überrollt. Die meisten Spiele werden in den Kategorien Neuheiten, Top 10 und Empfehlungen verkauft. Nach kurzer Zeit sind sie dort verschwunden und fallen dem Vergessen anheim. Somit lohnt es sich nicht, qualitativ hochwertige Spiele überhaupt zu entwickeln.

Trotz all dieser Probleme expandiert der Handyspiele-Markt. In den USA stiegen die Einnahmen im Jahr 2005 von 345 Millionen Dollar im Vorjahr auf 600 Millionen Dollar. Für 2008 wird ein Anstieg auf 1,5 Milliarden Dollar erwartet.

Handyspiele wie Snake oder Tetris sind immer noch der Renner: Einfach und unterhaltsam. Denn wer möchte sich schon an der Bushaltestelle beim Warten erst einmal eine halbe Stunde mit der

Spielanleitung herumärgern. Auch schränkt die Größe des Displays den Spielspaß zeitlich ein. Nur Hardcore-Spielefans können drei Stunden auf das Mini-Display starren. Somit sollten die Möglichkeiten und Einschränkungen bei der Spieleentwicklung miteinbezogen sein. Die besten Spiele sind die, die speziell für die Handyanwendung entwickelt wurden und nicht nur ein müder Abklatsch berühmter Konsolen- oder Computerspiele sind.

Das Potential ist vorhanden und es wird eifrig weiternetwickelt. Man darf also gespannt sein, was sich die Spieleindustrie in der Zukunft einfallen lassen wird. Je multimedialer die Handys werden, desto größer die Möglichkeiten. Ich freue mich schon auf mobilen Spielspaß immer und überall!

“Kinder brauchen kein Handy! Wir hatten das früher auch nicht!”

25. Juni 2008

Immer mehr Kinder bekommen schon mit 8 Jahren von den Eltern ein Handy geschenkt. Ob das eine sinnvolle Investition oder aber eine grobe Gefährdung der Gesundheit des Kindes ist, wird heftig diskutiert.
Das Argument, dass die Handystrahlung bisher noch nicht ausreichend untersucht wurde, um zu gewährleisten, dass Kinder keinen Schaden davontragen, wird immer wieder angeführt. Auch die Tatsache, dass das Handy vom Unterricht ablenkt, hört man immer wieder. Das gängigste Argument ist gleichzeitig auch das nichtssagendste: “Kinder brauchen kein Handy! Wir hatten das früher auch nicht!”
Das Argument Handystrahlung lässt sich nicht wegdiskutieren. Wenn das Kind das Handy jedoch maßvoll verwendet und die Eltern darauf achten, dass es nur mitgenommen wird, wenn es dafür einen konkreten Grund gibt, überwiegen meines Erachtens die Vorteile des Handys. Der Schlüssel sind die Eltern: Sie müssen darauf achten, dass die Handynutzung nicht überhand nimmt und dass die Schule nicht darunter leidet. Es gibt Rufnummernbeschränkungen, die verhindern, dass die Kleinen mit Gott und der Welt sinnlose Gespräche führen. Bis der Sohn oder die Tochter 14 oder 15 Jahre alt sind, sollte das Handy meiner Meinung nach nur gezielt mitgenommen werden, d.h. wenn sie alleine unterwegs sind. Danach sollte ein Jugendlicher in der Lage sein, mit einem Handy angemessen umzugehen. Wenn nicht, ist auch hier wieder das Eingreifen der Eltern gefragt.
Auch in dem Fall der zwei spanischen Jugendlichen, die auf Grund von Instant Messaging- und Handysucht in einer Klinik sind, hätten die Eltern den Handy- und Internetkonsum einschränken müssen. Die Erziehungsberechtigen sollten dabei auch darauf achten, dass ihre Zöglinge nicht völlig in Wallpapers, Klingeltönen und Handyspielen aufgehen, sondern sich weiterhin auf die Schule, ihre Freunde und andere nicht-digitale Aktivitäten konzentrieren. In einem angemessenen Maß kann so ein Handyspiel aber auch Spaß für langweilige Stunden im Auto oder beim Warten auf den Bus bieten und so die gereizten Nerven der Eltern entlasten. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Kinder beim Herunterladen der Spiele nicht in die sogenannten Abo-Fallen tappen, sondern bei seriösen Anbietern ihre Handyspiele downloaden.
Das Thema Sicherheit ist das Standardargument der Befürworter. Das Kind kann Bescheid sagen, wenn es sich verspätet und verhindert so, dass die Erziehungsberechtigten zu Hause auf glühenden Kohlen sitzen. Umgekehrt kann es Hilfe rufen, wenn etwas passiert ist oder sich abholen lassen, wenn es den Bus verpasst hat. Es ist meiner Meinung nach das stärkste Argument für ein “Kinderhandy”.
Aber auch das Thema Gruppenzwang und Gruppenzugehörigkeit sollte man nicht so einfach vom Tisch wischen. Für Kinder und Jugendliche ist es extrem wichtig dazuzugehören und wenn die ganze Klasse schon ein Handy hat, möchte man natürlich auch eins. Man kann jetzt natürlich sagen, dass man das Selbstbewusstsein des Kindes stärken soll etc. Je nachdem, wie stark der Gruppenzwang jedoch ist, sollte man erwägen, ob man es seinem Kind nicht einfacher macht, wenn man ihm auch ein Handy schenkt, evtl. mit Einschränkungen oder Kompromissen.
Meiner Meinung nach gibt es keine klare Antwort auf die Frage, ob Kinder schon ein Handy haben sollten oder nicht. Es hängt von den Lebensumständen und der Selbstständigkeit und Reife der Kinder ab. Und an dieser Stelle sind die Eltern gefragt. Denn wer kennt seine Pappenheimer besser als sie?

Das Thema Handystrahlung: Schädlich oder ganz harmlos?

20. Juni 2008

Beim Thema Handystrahlung weiß inzwischen keiner mehr, was er glauben soll. Die eine Studie belegt die Harmlosigkeit der Handys, die andere ihre Schädlichkeit. Der Handynutzer ist völlig verwirrt, hofft für sich das Beste und benutzt das Handy einfach weiter.
Eine Forschergruppe der medizinischen Universität Wien fand heraus, Handystrahlung sei krebserregend. Das war im Jahr 2005. Inzwischen weiß man, dass alle Daten gefälscht waren und die Studie keinerlei gültige Ergebnisse vorzuweisen hatte.
Eine andere Studie, die in fünf verschiedenen Ländern durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass Handys keineswegs krebserregend seien. Die daraufhin erfolgte Schlagzeile in der Süddeutschen Zeitung verkündete einfach das Gegenteil, indem sie sich auf ein nichtrelevantes Teilresultat der Studie stützte.
Eine dänische Studie mit 420 000 Teilnehmern kam zu dem Schluss, dass die Strahlung nicht krebserregend ist. Allerdings schränken die Forscher ein, dass sie keine Aussagen zu Vieltelefonierern treffen können.
Eine weitere Studie schwedischer Forscher kam zu dem Ergebnis, dass Handystrahlung zu Schlafstörungen führt. Unerwähnt blieb, dass die Verlängerung der Einschlafphase sich in einem nahezu irrelevanten Maß verschob und dass die Tests nicht das normale Telefonierverhalten des Normalbürgers widerspiegelten. Ein weiterer Schwachpunkt der Studie: Nur 71 Probanden nahmen an dem Test teil.
Nun gibt es eine neue sechsjährige Studie, durchgeführt vom Bundesamt für Strahlenschutz, die zu dem Ergebnis kommt Handystrahlung sei ungefährlich. Diese neue Studie scheint seriös zu sein. Für Kinder wird allerdings noch keine Entwarnung gegeben.
Das Problem all dieser Studien ist, dass es noch keine Handynutzer gibt, die ihren mobilen Liebling schon 30-40 Jahre in Benutzung haben. Somit kann niemand sagen, ob das Handy nicht vielleicht doch Langzeitschäden hervorruft. Wenn man sich die Ergebnisse aller Studien im Vergleich ansieht, stellt man jedoch fest, dass diejenigen die dem Handy schädlichen Einfluss zuschreiben, entweder misinterpretiert, gefälscht oder nicht repräsentativ sind und die anderen, die keine Schädlichkeit feststellen konnten, zwar keine 100%ige Entwarnung geben, aber immerhin einhellig belegen, dass zumindest kein akutes Risiko besteht. Trotz des Studienchaos, das zumindest für mich keine eindeutige Antwort bietet, werde ich persönlich mein Handy auf jeden Fall weiterhin benutzen. Auch das heiße Ohr nach dem Telefonieren ist nämlich KEIN Hinweis darauf, dass wir mit Hilfe von Mikrowellen unser Gehirn rösten, sondern hängt lediglich damit zusammen, dass sich bei langem Telefonieren der Akku des Gerätes aufheizt und die Wärme an das Ohr weitergibt. Also, abwarten und weitertelefonieren!!

Kuba bald im Handyfieber??

13. Juni 2008

Seit Fidel Castro nicht mehr im Amt ist, werden einige Dinge von seinem Bruder Rául Castro anders gehandhabt. Seit kurzem ist es den Kubanern gestattet Computer, Fernseher und Videorekorder zu kaufen. Die Geräte müssen mit der kubanischen Devisenwährung Peso Convertible bezahlt werden, die 24 Mal teurer ist als die normale Währung. Ein DVD-Spieler kostet so viel wie ein Großteil der Bevölkerung in einem halben Jahr verdient. Auch Handys sind jetzt erstmals nicht nur hohen Regierungsbeamten und Ausländern vorbehalten, sondern jedem Kubaner zugänglich, unabhängig von Rang und Namen. Dass die Handys ebenfalls die finanziellen Möglichkeiten der meisten Kubaner bei weitem übersteigen, ist ein kleiner Schönheitsfehler der neuen Freiheit. Das billigste Handymodell kostet 65 Dollar, die Erteilung einer Nummer weitere 120 Dollar und die billigste Guthabenkarte 11 Dollar. Somit muss ein potentieller Handybesitzer erst einmal 196 Dollar hinblättern, bevor er tatsächlich in den Genuss des Telefonierens kommt. Da das durchschnittliche Monatsgehalt der Kubaner bei 17 Dollar liegt, kann man sich ausrechnen, wie viele Kubaner demnächst telefonierend durch die Straßen flanieren werden.
Bush, der uns allen als besonderer Verfechter der Menschenrechte im Gedächtnis haften bleiben wird, hat nun angekündigt, dass es US-Bürgern künftig gestattet werden soll, den Kubanern Handys zu schenken. Das bestehende Wirtschaftsembargo wird somit in Bezug auf Geschenkpakete entscheidend gelockert. Dass das Ganze allerdings nicht nur aus Sorge um die armen eingeschränkten Kubaner initiiert wurde, wird klar, wenn man bedenkt, dass die Voraussetzung für das Telefonieren mit US-Handys eine Freischaltung des kubanischen Mobilfunkanbieters Cubacel ist. Wenn Castro allerdings nicht nachgibt, drohen Konflikte mit enttäuschten Handybesitzern. Laut Reuters war Bushs provokanter Kommentar dazu: “Wenn es Raúl mit seinen sogenannten Reformen ernst meint, sollten die Kubaner diese Telefone nutzen dürfen.” Die Sympathie zwischen den beiden Staatsoberhäuptern fördert die Aktion sicher nicht. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte ausgeht. Rául Castro möchte die Kontrolle nicht aus der Hand geben. Dies wird auch deutlich, wenn man sich ansieht, wie das Regime mit Meinungsfreiheit und Systemkritik umgeht. Momentan haben nur sehr wenige Kubaner Internet und diejenigen, die Zugang haben, können nur auf zensierte Seiten zugreifen und müssen bei eigenen systemkritischen Beiträgen damit rechnen, belangt zu werden. Somit ist klar, dass die Nutzung des Internets über das Handy den gleichen Beschränkungen unterliegen wird.
Bis in Kuba das Handy so unentbehrlich geworden ist, wie in Deutschland, wo man sich ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen kann, ist es noch ein langer Weg. Der erste Schritt ist getan: Das kubanische Volk hat die Erlaubnis ein Handy zu besitzen. Hoffen wir, dass der zweite Schritt, nämlich erschwingliche Preise für jedermann, auch bald vollzogen wird und Schritt 3, freie Meinungsäußerung im Internet, folgt. Viva la libertad!