Das Handy mit seinen endlosen Spielereien und Werbemöglichkeiten - Und wer denkt an unsere Nerven?

4. Juni 2008

Das Handy und Musik. Auch wenn die Klingeltonkäufe am Zurückgehen sind, wird eifrig weiterentwickelt und gegrübelt, wie man Musik und Handy am gewinnbringendsten zusammenbringen kann. Abgesehen von unspektakulären Ideen, wie Teenies per populärer Fernsehserie davon zu überzeugen, dass mindestens 5 verschiedene Klingeltöne vonnöten sind, um auch gleich beim ersten Mucks, den das Handy von sich gibt, zu erkennen, wer anruft, gibt es auch innovative Konzepte. Die Branche ist sich sowieso einig, dass die Zukunft der Klingeltöne darin liegt, sie sich selbst zusammenzustellen bzw. einfach das Lieblingslied zu übertragen. Somit hat das türkische Mobilfunkunternehmen Turkcell kürzlich den Freizeichenton für Werbezwecke entdeckt: Der Anrufer bekommt eine Werbebotschaft, während er darauf wartet, dass Freund oder Freundin endlich den Hörer abhebt. Für das eifrige Werbelauschen wird der Anrufer sogar belohnt, denn je länger er sich der Werbung aussetzt, desto mehr Freiminuten gibt es am Monatsende. An sich keine schlechte Idee, kann aber sehr nervig werden, wenn man unbedingt jemanden erreichen muss, der über einen längeren Zeitraum einfach nicht ans Handy geht. Da verflucht man dann irgendwann die Werbung, ob mit oder ohne Freiminuten. Andererseits, wenn sich das Freiminutensammeln lohnt und die Werbebotschaften einen echten Mehrwert für den Anrufer bieten, hat das Modell vielleicht eine Zukunft.

Eine weitere Möglichkeit, die die Musikindustrie für sich entdeckt hat, sind die Push-Klingeltöne. Dabei bestimmt der Anrufer, welchen Klingelton der Angerufene hört und wenn der Klingelton gefällt, kann ihn der Empfänger direkt per Tastendruck käuflich erwerben. Es drängt sich jedoch die Frage auf, ob es eine gute Idee ist, die Leute erst teure Klingeltöne für das eigene Handy erwerben zu lassen, um dann im Anschluss, die Anrufer bestimmen zu lassen, wie es klingelt. Außerdem gibt es sicher einige lustige Menschen auf der Welt, die genau den Klingelton wählen, von dem sie wissen, dass ihn der Empfänger abgrundtief hasst. Mich würde so etwas grandios nerven. Ein weiteres Problem ist, dass man ja nie weiß, ob es jetzt das eigene Handy ist oder das eines anderen. Man kennt den Klingelton im Voraus ja nicht. In diesem Fall bleiben zwei mögliche Szenarien: Entweder man reagiert bei jedem Piepsen und wühlt panisch nach dem Handy in der Tasche, oder man geht gar nicht mehr ans Handy, weil man davon ausgeht, dass es sowieso nicht das eigene ist.

Und das ist noch nicht alles: Zukünftig sollen digitale Visitenkarten in Form von kleinen Videos Handygespräche einleiten und beenden. Man nimmt diese Gespräche an, indem man selbst erst einmal ein kleines Video zurücksendet und erst dann wird traditionell gesprochen. Zum Abschied erfolgt die gleiche Prozedur. In den USA soll dieser Service bereits angelaufen sein, wenn er auch noch nicht sehr populär ist. Auch bei dieser Idee bin ich skeptisch. Wenn ich einfach nur kurz jemanden Anrufen möchte, habe ich keine Lust, gezwungen zu sein, mir irgendwelche Videos, die vermutlich auf reiner Selbstdarstellung basieren, anzusehen. Diese Entwicklung klingt sehr nach einer Komplizierung des Anrufvorganges. Ich habe den Eindruck, dass bei manchen Marketingkonzepten und Vermarktungsmöglichkeiten vergessen wird, wie nervig das für den Handybesitzer sein kann.

Fazit: Interessante Ansätze, ich habe allerdings den Eindruck, dass an den Konzepten im Hinblick auf die Nerven der Handynutzer noch ein wenig gefeilt werden sollte.

Mit Simkartentausch gegen die Vorratsdaten- speicherung?

30. Mai 2008

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung setzt sich gegen das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Gesetz der Vorratsdatenspeicherung zur Wehr und organisiert gezielt Aktionen, die die Vorratsdatenspeicherung boykottieren sollen. Anfang des Jahres gab es eine Simkartentauschbörse, wo man seine Simkarte (Voraussetzung: 10 Euro Guthaben und kein Simlock) gegen eine andere tauschen konnte. Sinn und Zweck der Übung war, dass die Registrierungsdaten der Karteninhaber nach einem Tausch eben nicht mehr mit der Simkarte übereinstimmen und somit überwachungsfreies und anonymes Telefonieren möglich werden soll. Man fragt sich allerdings, ob das Ganze wirklich eine so gute Idee ist, bzw. ob sich der Aufwand und der Nutzen wirklich die Waage halten. Zuerst einmal muss man dem kompletten Freundes- und Bekanntenkreis die neue Nummer mitteilen und darauf hoffen, dass der Tauschpartner ebenfalls auf diese gute Idee gekommen ist, denn sonst werden einige unerwünschte Anrufe unbekannter Leute auf dem Handy auflaufen. Auch die Kundendienstleistungen des Anbieters können nicht mehr wahrgenommen werden, da man sich ja nicht mehr identifizieren kann und der Anbieter den Anforderungen des Datenschutzes entsprechen muss.

Die Folgen können allerdings auch ernsthafter Natur sein, wenn der neue Besitzer mit der Karte Missbrauch treibt. Wenn sie bei Straftaten eingesetzt wird, droht dem Eigentümer, also demjenigen, der den Vertrag unterschrieben hat, die Gefahr der Beihilfe angeklagt zu werden, da der Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter weiterhin besteht und man für den Missbrauch haftet. Aufgrund dieser Gefahr wurde die Tauschbörse bis auf Weiteres geschlossen, allerdings mit dem festen Plan, sie in Zukunft unter besserer Absicherung wieder zu eröffnen. Wie das gehen soll, weiß aber niemand…

Am 31. Mai 2008 ist ein bundesweiter Aktionstag geplant. Das Motto ist “Freiheit statt Angst - Für die Grundrechte”. Unter anderem werden in verschiedenen Städten gegen Spende pseudoregistrierte Simkarten verteilt, die anonyme Gespräche möglich machen sollen. Man fragt sich, was der Aufwand soll, da eine Identifizierung des Nutzers weiterhin über die Gerätenummer des Mobiltelefons möglich ist, unabhängig von der Simkarte. Abgesehen davon geht es lediglich darum, dass Verbindungsdaten für ein halbes Jahr gespeichert werden - keine Gesprächsinhalte. Man gibt an so vielen Stellen gedankenlos Daten und Informationen preis, dass ich persönlich der Meinung bin, wenn eine Speicherung der Handydaten zur Aufklärung von Straftaten und zur Aufdeckung von Terroristen beitragen kann, sollte diese Möglichkeit genutzt werden. Bevor massiv gegen Gesetze vorgegangen wird, die der Gesellschaft einen Nutzen bringen können, sollte man die Menschen erst einmal darüber aufklären, wo sie überall Informationen hinterlassen, die jeder einsehen kann, bzw. wo ihre Daten legal weitergegeben werden. StudiVZ und die Payback-Karte lassen grüßen.

Werbung aufs Handy - Wollen wir das?

27. Mai 2008

Die Werbeindustrie entdeckt immer neue Wege bei potentiellen Kunden neue Produkte und Services anzupreisen. Aktuell ist Werben über Bluetooth im Gespräch und seit einiger Zeit nutzen immer mehr Unternehmen diesen Weg: Über Werbetafeln und einen Bluetooth-Hotspot werden SMS-Botschaften oder Downloads aufs Handy übertragen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Handybesitzer Bluetooth aktiviert hat.

Teilweise wundert man sich, wie dreist diese Werbebotschaften sind! Eine australische Marketingfirma hatte beispielsweise den Auftrag für die neue Big Brother-Staffel zu werben. Da die Sendung ja schon Big Brother heißt, wurde der Name auch gleich zum Motto der Werbeaktion. An verschiedenen Bushaltestellen wurden Bluetooth-Sender angebracht, die Passanten zwei Nachrichten schickten. In der ersten Nachricht stand: “Ich sehe dich. Du stehst an der Haltestelle XY” und in der zweiten 30 Sekunden später, wann die nächste Folge von Big Brother ausgestrahlt wurde.

Dieser Schockeffekt ist doch eher eine zweifelhafte Werbestrategie. Abgesehen davon, dass sich einige Leute sicher wirklich erschreckt haben (unter anderem sicher auf Grund zahlreicher Filme, die genau mit Situationen wie diesen spielen), ist unerwünschtes Spamming mit irgendwelchen Sendeterminen definitiv nicht der richtige Weg, Werbeinformationen unter die Leute zu bringen!

Aber auch wenn einige solcher schwarzen Schafe unter den Marketingunternehmen zu finden sind, gibt es doch auch andere, die die Möglichkeiten dieser neuen Werbemethode angemessen einzusetzen wissen: In der Kölner Innenstadt nutzte ein Onlineplattenladen die Werbemöglichkeit und stellte ein Werbeplakat auf, das den neuen Song von Nelly Furtado als kostenlosen Download bereitstellte. Handybesitzer mit eingeschaltetem Bluetooth bekamen eine Nachricht, dass ein Download bereitliege und andere hatten durch das Plakat die Möglichkeit ihr Bluetooth vorübergehend zu aktivieren und so ebenfalls von dem kostenlosen Download zu profitieren. An diesem Werbevorgehen ist nichts auszusetzen! Auch ich würde mir eine kostenlose mp3 herunterladen, wenn ich denn selbst entscheiden darf, ob ich das möchte. Sehr erzürnt wäre ich jedoch, wenn ich Schockwerbung und noch dazu unaufgefordert auf mein Handy erhalten würde.

Erfolgreiche Handy-Werbung hängt meiner Meinung nach von hauptsächlich zwei Faktoren ab: 1. ob Handybesitzer grundsätzlich bereit sind, Werbung auf ihrem Handy zu empfangen und 2. ob sie konsumentenrelevante Informationen geboten bekommen; ob es sich um sinnvolle Informationen, Gutscheine und interessante Downloads handelt oder ob das Ganze einfach nur in den Bereich Spamming fällt.

Auf positives Feedback stieß auch die Werbeaktion in der Allianz-Arena. Hier wurde man erst gefragt, ob man Interesse an den Handy-Specials hatte. Lehnte man ab, wurde man nicht mehr behelligt. Die Videos und Bilder wurden wohl nicht nur sehr positiv aufgenommen, sondern teilweise noch an Freunde und Bekannte weitergeleitet. So multiplizierte sich der Werbeeffekt ohne weiteren Aufwand seitens der Allianz Arena.

Auch in diesem Fall konnten nur diejenigen angesprochen werden, deren Bluetooth aktiviert war, aber ich denke, das ist ein positiver Nebeneffekt: Wer gar nicht behelligt werden möchte, kann dem ganzen Werberummel auf dem Handy so ganz einfach entgehen und wenn befürchtet wird, dass diesen Leuten interessante Neuigkeiten entgehen, kann über Plakate darauf aufmerksam gemacht werden, dass über Bluetooth Handyspecials direkt aufs Handy geschickt werden.

Generell ist es immer besser Bluetooth zu deaktivieren oder nur bei Bedarf zu aktivieren, da Hacker in der Lage sind, die Hotspots in Virenfallen umzuprogrammieren oder auch per Laptop das Handy ganz einfach gehackt werden kann. Natürlich hilft das Deaktivieren nichts, wenn man sein Bluetooth gezielt an einem gehackten Hotspot einschaltet, aber ein Restrisiko bleibt eben immer. Im Internet schützt ein Virenscanner auch nicht zu 100 %. Das Ausschalten hilft aber zumindest dagegen, dass man irgendwelche Viren oder Spionagesoftware aufs Handy bekommt, ohne es zu merken.

Fazit: Handywerbung ist eine gute Sache mit viel Potential, wenn sie denn seriös verwendet wird und einen Mehrwert für den Kunden bietet. Außerdem sollte jeder selbst entscheiden können, ob er das möchte, da die Frage, ob Handywerbung einfach und praktisch oder ein unerwünschtes Eindringen in die Privatsphäre des Einzelnen ist, sehr stark mit dem individuellen Empfinden zusammenhängt!

Erste Runde der Android Developer Challenge von Google ist entschieden

15. Mai 2008

Am zweiten Maiwochenende hat Google die 50 Gewinner der ersten Runde in der Android Developer Challenge bekannt gegeben. Unter den rund 1800 eingereichten Projekten wurden mobile Applikationen gekürt, die hinsichtlich Innovation, Einfallsreichtum und Nützlichkeit überzeugen konnten. Unter den Semifinalisten befindet sich auch Zelfi mit der interaktiven Gaming-Plattform JOYity.

Android Developer ChallengeAus der Gruppe der Semifinalisten werden Ende Juli 20 Finalisten auserkoren, die mit der Weiterentwicklung ihrer Applikation die Jury überzeugt haben und ein Preisgeld von insgesamt 3,75 Millionen Dollar kassieren. Also ein Grund mehr sich anzustrengen und die Anwendungen bis dahin Tip-Top zu optimieren.

Und das sind die Titel und Autorennamen der Semifinalisten:

  • AndroidScan - Jeffrey Sharkey
  • Beetaun - Sergey Gritsyuk und Dmitri Shipilov
  • BioWallet - Jose Luis Huertas Fernandez
  • BreadCrumbz - Amos Yoffe
  • CallACab - Konrad Huebner und Henning Boeger
  • City Slikkers - PoroCity Media und Virtual Logic Systems
  • Commandro - Alex Pisarev, Andrey Tapekha
  • Cooking Capsules - Mary Ann Cotter und Muthuselvam Ramadoss
  • Diggin - Daniel Johansson, Aramis Waernbaum, Andreas Hedin
  • Dyno - Virachat Boondharigaputra
  • e-ventr - Michael Zitzelsberger
  • Eco2go - Taneem Talukdar, Gary Pong, Jeff Kao und Robert Lam
  • Em-Radar - Jack Kwok
  • fingerprint - Robert Mickle
  • FreeFamilyWatch - Navee Technologies LLC
  • goCart - Rylan Barnes
  • GolfPlay - Inizziativa Networks
  • gWalk - Prof. Dr.-Ing. Klaus ten Hagen, Christian Klinger, Marko Modsching, Rene Scholze
  • HandWx - Weathertop Consulting LLC
  • IMEasy - Yan Shi
  • Jigsaw - Mikhail Ksenzov
  • JOYity - Zelfi AG
  • LifeAware - Gregory Moore, Aaron L. Obrien, Jawad Akhtar
  • Locale - Clare Bayley, Christina Wright, Jasper Lin, Carter Jernigan
  • LReady Emergency Manager - Chris Hulls, Dilpreet Singh, Luis Carvalho, Phuong Nguyen
  • Marvin - Pontier Laurent
  • Mobeedo - Sengaro GmbH
  • Multiple Facets Instant Messenger - Virgil Dobjanschi
  • MyCloset - Mamoru Tokashiki
  • PedNav - RouteMe2 Technologies Inc.
  • Phonebook 2.0 - Voxmobili
  • PicSay - Eric Wijngaard
  • PiggyBack - Christophe Petit und Sebastien Petit
  • Pocket Journey - Anthony Stevens und Rosie Pongracz
  • Rayfarla - Stephen Oldmeadow
  • Safety Net - Michael DeJadon
  • SocialMonster - Ben Siu-Lung Hui und Tommy Ng
  • SplashPlay
  • Sustain- Keeping Your Social Network Alive - Niraj Swami
  • SynchroSpot - Shaun Terry
  • Talkplay - Sung Suh Park
  • Teradesk - José Augusto Athayde Ferrarini
  • The Weather Channel for Android - The Weather Channel Interactive Inc.
  • TuneWiki - TuneWiki Inc.
  • Wikitude-the Mobile Travel Guide - Philipp Breuss
  • Writing Pad - ShapeWriter Inc

Es finden sich in erster Linie Applikationen, die sich die Vorzüge der Lokalisation via GPS zu nutze gemacht haben. Besonders interessant sind hierbei die Kombinationen verschiedener Funktionen aus dem Bereich Spiele und Social Networking. Allerdings bieten einige Titel überhaupt keine Informationen zu den Funktionen der Applikationen und man darf gespannt sein, was für eine interessante Anwendung sich hinter manch kryptischen Namen verbirgt.

Auffallend ist, dass sich relativ wenig Firmen qualifiziert haben, allerdings wurden offiziell nur 46 Namen der 50 Gewinner bekannt gemacht. Der Name von vier mysteriösen Teilnehmern der Challenge wurde noch nicht veröffentlicht. Offenbar wollen diese noch verdeckt arbeiten, was das Ergebnis des Finales noch spannender macht.

Nachtrag: Seit gestern ist auch eine kurze Darstellung der einzelnen Anwendung verfügbar. Außerdem kann die Liste der Juroren eingesehen werden.

Handy am Steuer - Gefährlich?

13. Mai 2008

Kennen Sie das? Wegen hohem Verkehrsaufkommen dauert die Fahrt zur besten Freundin länger als erwartet und sie wollen nur mal schnell Bescheid sagen… Oder Ihr Handy klingelt beim Autofahren und es könnte ja etwas Wichtiges sein… Sie kommen mit der Wegbeschreibung nicht zurecht und lassen sich über Handy lotsen… Die Freisprecheinrichtung liegt in diesen Momenten entweder zu Hause oder noch im Laden, da man sich gar keine gekauft hat, weil man ja eigentlich im Auto sowieso nicht telefoniert.

Seit April 2004 wird Telefonieren im Auto ohne Freisprecheinrichtung nicht nur mit einem Verwarnungsgeld von 30 Euro geahndet; es wurden noch 10 Euro aufgeschlagen und man bekommt einen Punkt in Flensburg. Dass Telefonieren ablenken kann, ist uns allen klar und wurde sogar wissenschaftlich untersucht: Ein telefonierender Autofahrer fährt schlechter und unkonzentrierter Auto als ein angetrunkener Autofahrer mit 0,8 Promille.

Das Bußgeld trifft einen jedoch nicht nur beim Telefonieren selbst: Es reicht schon, wenn das Handy beim Fahren in der Hand gehalten wird, beispielsweise um die Uhrzeit zu erfahren oder eine SMS zu lesen. Der Fahrer eines Sattelzuges wurde zu einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt, weil er während der Fahrt eine Nummer von seinem Privathandy abgelesen hatte. Er wollte diese in sein Dienst-Handy mit Freisprecheinrichtung eingeben. Die Richter urteilten jedoch nach dem Grundsatz: Schon das Handy in der Hand zu halten, ist eine grobe Gefährdung des Straßenverkehrs. Allerdings kann man sich an dieser Stelle streiten, ob der Gesetzgeber nicht ein wenig zu gründlich war, was die Gefährdung angeht: Ist es denn gefährlicher einen kurzen Blick auf sein Handy zu werfen oder es kurz in der Hand zu halten, als im Auto etwas zu essen, zu trinken oder die CD zu wechseln? In diesem Zuge sollte man vielleicht auch gleich verbieten, Kinder im Auto mitzunehmen. Schließlich könnten sie den Fahrer ablenken.

Das Urteil des Gerichtes ist in diesem Punkt nicht ganz fair: Hätte der Fahrer auf einen Zettel geschaut, um die Nummer abzulesen, wäre er wahrscheinlich nicht belangt worden. Meine persönliche Meinung ist, dass Ablenkung nicht gänzlich zu vermeiden ist. Oft ist das Handy gar nicht die Ursache der Ablenkung. Bestraft wird man aber nur, wenn ein Handy im Spiel ist. Warum werde ich bestraft, wenn ich mich verfahren habe und mir per Telefon den Weg weisen lasse, während andere straflos ein Picknick im Auto veranstalten und während der Fahrt völlig ungeniert den Picknickkorb plündern..?

Unbestritten bleibt jedoch, dass alle zusätzlichen Aktivitäten beim Fahren ablenken. Somit sollte man im Hinblick auf die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer das Hantieren mit dem Handy im Auto auf ein Minimum einschränken. Dies gilt auch für alle anderen Aktivitäten, wie beispielsweise ausgiebiges Kramen im Handschuhfach.Wen das Argument der Sicherheit im Zusammenhang mit Handy und Autofahren nicht überzeugt, sollte einfach an sein Punktekonto in Flensburg und seinen Geldbeutel denken. Dies gilt nicht nur in Deutschland, sondern in fast allen europäischen Ländern. In Griechenland muss man für ein kurzes Gespräch im Auto sogar bis zu 150 Euro Bußgeld hinlegen.

Auch Fahrradfahrer werden in Deutschland nicht verschont: Ein Bußgeld von 25 Euro droht,wenn man erwischt wird. Punkte bekommt man allerdings keine für das Telefonieren auf dem Drahtesel. So manch einer wundert sich allerdings, ob das mit dem Gleichgewichthalten beim gleichzeitigen Telefonieren und Radfahren so gut klappt. Untersuchungen zeigen, dass in Österreich jeder dritte Radfahrer während des Fahrens telefoniert und jeder zweite angekommene SMS direkt liest. Das Kunststück funktionert also offensichtlich.

Todesbranding im Mobile Marketing

28. April 2008

Mobiler CouponViel habe ich darüber geschrieben, wurde selbst in der Realität noch nie damit konfrontiert. Letzten Montag aber war mein erstes Mal. Ich wurde Augenzeuge einer Mobile Marketing Aktion. Genauer gesagt, ich war selbst der Empfänger eines mobilen Coupons.

Ich sitze arglos, abwechselnd zuhörend und dösend, in einer Vorlesung an der Uni. Plötzlich vibriert mein Handy. Ich vermute einen Freund und öffne die angekommene SMS. Doch der Absender ist weder Freundin, Freund, Schwester noch Mama. Es ist eine bekannte Pizza-Schnellrestaurant-Kette. „Süßer Spaß bei ****. Bei jeder Bestellung gibt es mit dieser SMS Mini Donuts gratis zum Nachtisch(…).“

Aha. Würde ich heute eine Pizza essen wollen, würde vielleicht diese Lokalität zu meiner Wahl-Pizzeria avancieren. Nur leider laufe ich gerade nicht durch die Innenstadt, sondern sitze in einem Hörsaal auf dem Campus und ich habe auch nicht vor in nächster Zeit ins Zentrum zu fahren. Auch nicht wenn ein gratis Dessert dort auf mich wartet. Mein nächster Gedanke ist: Woher haben die überhaupt meine Handynummer? Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Formular für dieses Restaurant ausgefüllt zu haben.

Also landet die SMS umgehend auf dem digitalen Müllhaufen. Verlorene Müh und Knete für das Unternehmen, das bekannt ist für kalorienreichen Käserand. Wie hätte ich mich verhalten, wäre ich tatsächlich im Zentrum gewesen? Ich hätte mich mit Sicherheit erschrocken umgeschaut und gefragt, warum diese Nachricht gerade jetzt auf meinem Handy eintrudelt. Eine Standard-Normal-SMS ohne Schnickschnack, keine Bluetooth-Übertragung. Ich hätte mich beobachtet und komisch gefühlt. Und um den Pizzabäcker einen großen Bogen geschlagen. Vielleicht auch nicht, aber den Coupon hätte ich, als spontane Trotzreaktion, bestimmt nicht eingelöst. Weil die Pizza-Kette meine Handynummer nicht haben sollte.

Ich spüre an mir selbst, wovon ich immer nur geschrieben habe: Erlaubnis ist das A und O im Mobile Marketing. Hätte ich einen „Coupon Newsletter“ aller Mainzer Restaurants, hätte ich diese SMS als etwas Positives empfunden. So bin ich empört und wütend über die Pizza-Kette. Als Werbemaßnahme war dieser ungewollte Coupon somit ein Schuss in den Ofen. Über eines sollten sich alle Unternehmen im Klaren sein: wer sein Image nicht ruinieren will, sollte dem Kunden etwas anbieten, das er sich dann aktiv holt. Auf keinen Fall aufzwingen, sondern auf das bekannte Pull-Verfahren setzen. Denn Handy-Spam ist Todesbranding.

Hast Du auch schon eine SMS vom Käserand-Pizzabäcker bekommen? Und? Wie hast Du reagiert? Hat es Dich gefreut, warst Du verärgert oder bist Du vielleicht sogar empört gewesen? Ich würde es nur zu gern wissen!

Zweiklassengesellschaft auch für Handynutzer

16. April 2008

oder: Geld regiert die Welt

Wer reich ist, wird bevorzugt bedient. Eine bittere Wahrheit, die auch in Deutschland immer klarer und immer sichtbarer wird. Privatpatienten bekommen schneller Arzttermine, Kinder aus finanzschwächeren Familien können sich kein Studium leisten, selbst die Hauptsteuerlast liegt auf den Schultern der ohnehin abrutschgefährdeten Mittelschicht und nicht auf jenen, die „superreich“ genannt werden.

Ein Trend, eine Entwicklung, die sich durch die ganze Gesellschaft zieht. Bald auch in der Mobilfunkbranche. Eigentlich klingt die Technologie, die das mit sich bringt, harmlos: SNAPin. Sie verhindert aber, dass der Handybesitzer bei Problemen die Hilfe bekommt, die er gewöhnlich erwartet hätte. Wählt man nämlich die Service-Hotline seines Anbieters, erscheint statt eines Verbindungsaufbaus zu einem Call-Center ein Selbsthilfemenü. Statt einer Antwort also noch mehr Fragen.

Als erster Mobilfunkanbieter will Vodafone die neue Technologie benutzen. Aber andere Anbieter werden auch bestimmt nicht lange zögern, durch weniger Service weniger Geld wegen Kunden zu verprassen, bei denen ohnehin weniger zu holen ist. Im Endeffekt sieht es nämlich so aus: Ein finanzstarker Kunde bekommt die direkte Verbindung zu einem kompetenten Berater, der Wenigtelefonierer bekommt nur eine Hilfe zur Selbsthilfe. Ob die ihm wirklich helfen wird, ist mehr als fraglich.

Einen ganz anderen Vorschlag zu einer differenzierteren Kundenbehandlung im Servicebereich schlägt die Unternehmensberatung Arthur D. Little vor: wer einen günstigen Tarif hat, soll die schlechtere Verbindungsqualität haben und bei Netzüberlastung als erstes aus dem Netz gekickt werden. Oder gar nicht erst hineinkommen, während zahlungskräftige Exklusivnutzer stets das Beste vom Netzkuchen erhalten. Bisher nur ein Vorschlag, aber für den ein oder anderen österreichischen Mobilfunkanbieter „denkbar“.

Die selten gewordenen Telefonhäuschen würden in diesem Fall bestimmt ein Comeback erleben, denn der bisherige Vorteil des Handys, der ihm zum Durchbruch verholfen hat, nämlich immer und überall erreichbar zu sein, würde sich ab und an in Luft auflösen.
Aber das macht den Anbietern ja nichts: die Schere zwischen Arm und Reich geht ja sowieso immer weiter auseinander. Die Oligarchen werden die Kassen schon füllen, und das Prekariat bekommt eben minderwertige Ware für ein paar Cent.

Schöne neue Handywelt!

Trends im Handykosmos und die Sci-Fi-Zukunft

9. April 2008

Tattoo-HandyDie Technologiewelle wird immer größer, türmt sich immer weiter auf, rast über die digitalen Ozeane und bleibt niemals stehen. Geräte und Möglichkeiten, die man vor fünf Jahren noch in die Kategorie Science-Fiction gesteckt hätte, sind heute schon real. Sie erleichtern Menschen das Leben, erschaffen gleichzeitig aber auch neue Zwänge und Anforderungen, die für viele blanke Überforderung sind. Die Entwicklung verläuft immer schneller, denn die Voraussetzungen und Zugänge für kreative Köpfe werden, auch im mobilen Bereich, immer einfacher während das erforderliche Know-How immer komplexer wird.

Megan Fox berichtet von der diesjährigen Computers in Libraries Konferenz (CIL) über aktuelle Trends im Handybereich, die nicht nur für Programmierer, sondern für die ganze Mobilfunkbranche von Bedeutung sind. Hier ein paar Stichpunkte dieser Bestandsaufnahme:

Nicht nur die großen, hochauflösenden Displays und Speicherkapazitäten aktueller Smartphones bieten riesige Entwicklungsflächen. Open-Source-Betriebssysteme wie Android, OpenMoko oder Ubuntu erlauben es Entwicklern heute, losgelöst von technischen Engpässen, leicht ihre Ideen in Applikationen zu verwandeln.

Die Verbindung von physischer und virtueller Welt wird immer enger und fließender: die Handykamera erlaubt es, Bilder aus der Realität digital in die weltweite Datenautobahn zu bringen, Infos über diese Bilder herauszufinden. 2D-Barcodes auf Plakaten bringen den Konsumenten in einen virtuellen Bereich, in dem sie mehr denn je über ein Produkt erfahren können.

Die Interaktion zwischen Mensch und Gerät, oder Mensch zu Mensch mittels eines Geräts wird immer ausgefeilter. Programme wie Jott wandeln gesprochene Notizen in Text um, der auch durch wenige Worte an Personen per Mail gesendet werden kann, denn: „Life is busy“. Vor wenigen Tagen erst verbesserte Yahoo seine Suche durch Spracheingabe. Verbesserungswürdig sind weiterhin andere Arten der Interaktion: Berührungs- und Gestensteuerung mildern die Schwierigkeit, kleine Displays und Tasten zu benutzen.

Mobil ist anders. Das haben mittlerweile alle verstanden und deshalb wird Content immer mehr den Anforderungen des Handys angepasst. Durch diese Anforderungen entstanden bereits unzählige Firmen, die sich darauf spezialisiert haben Content handygerecht für Unternehmen aufzubereiten oder umzuwandeln. Zu ihnen zählen beispielsweise roundpoint oder Mobi site galore.

Auch mobiler Web Content ist anders als „normaler“ Web Content. Mühsam und für die meisten unvorstellbar, ein ganzes Buch am heimischen Computer zu lesen. Mobile E-Books aber sind unaufhaltsam im Kommen: noch werden sie eher als Megatrend des verrückten Japans angesehen, doch weltweit und auch in Europa wächst, wenn auch gering, aber merklich die Zahl der Anbieter. Denn ein echtes Buch passt nicht in jede Handtasche, das Handy jedoch sehr wohl und ist auch permanent griffbereit.

Mobile Search wiederum ist nicht gleich Online Search. Mobile Suche braucht als Resultate nicht noch mehr Links, sondern „Informationshäppchen“. Wiederum Yahoo hat dieses Bedürfnis erkannt und bietet bereits teilweise im ersten Suchschritt direkte Resultate. Neben der Suche per Spracheingabe ist auch SMS eine Möglichkeit an Informationen zu gelangen: beispielsweise bietet diet.com einen „Kalorienservice“, bei dem der Handybesitzer eine SMS mit der Produktbezeichnung einer großen Restaurantkette an eine Nummer schickt und als Antwort die Nährwerte dieses Essens erhält.

Entwicklungen, die es teilweise schon gibt, teilweise noch nach Zukunftsmusik klingen, aber zukünftig Trends werden könnten, sind laut Megan Fox:
E-Ink-Papier, eine Alternative zu energiefressenden LCD-Displays: ist ein Dokument erst einmal geladen, braucht es keinen Strom mehr um weiterhin angezeigt zu werden. Heiß begehrt unter Managern ist er bereits jetzt: der ins Handy integrierte Beamer, der praktisch an alle Wände eine Präsentation, oder auch allen erdenklichen Blödsinn werfen kann. Manch einer fürchtet sich jetzt schon vor „visuellem Spam“. Bereits erhältlich sind auch 3D Rundum-Brillen, die z.B. an DVD-Player angeschlossen werden und den Film auf die Netzhaut projezieren, wohingegen Kontaktlinsen, die drahtlos mit mobilen Geräten verbunden Texte und Informationen à la Terminator empfangen, noch eine Vorstellung von Wissenschaftlern sind.

Ein Stift, der sich merkt, was man gerade auf den Zettel gekritzelt hat – der ist schon im Handel erhältlich. Alles Geschriebene wird gespeichert und kann auf den PC übertragen werden, in Hand- oder Druckschrift (Fly Fusion Pentop, Digiscribble).

Reine Science-Fiction und gleichzeitig eine gruselige Vorstellung liefert das „Tattoo-Handy - ein in den Arm implementiertes Handy, das die Energie vom eigenen Blutkreislauf erhält. Das eigene Handy ist jetzt schon, zumindest psychisch, Teil der meisten Menschen. Aber es auch physisch ein Teil werden zu lassen? Eine Vorstellung, die Würgreiz verursacht. Irgendwann wird es möglich sein – hoffentlich nicht zu bald.

Mobile Gaming: Oh, wie schön wäre virales Marketing

1. April 2008

Mal wieder stellte jemand fest, dass der Mobile Games Markt nicht so exponentiell wächst, wie sich das die Spielebranche wünschen würde. Dieser Jemand war dieses Mal Matt Gillis, Senior Vice President Publishing bei Capcom Games, der auf der ICE Conference 08 die Diskussionsrunde „What’s moving in Mobile Games?“ moderierte. Davon berichtete Ryan Coleman letzte Woche. Ein Sündenbock musste also her – ob es wohl am dürftigen Merchandising liege? Nein, da sei man sich einig, daran liege es nicht. Wer oder was trägt dann die Hauptlast der Schuld daran, dass Mobile Gaming wächst wie eine Seerose in der Steppe? Es sind die „viralen Aspekte der Branche – oder eher ihr vollständiges Nichtvorhandensein“, konstatierte die Diskussionsrunde auf der ICE.

Wie steht es, abgesehen von reinen Merchandising-Spielen, um die Vermarktung von Mobile Games? Als dürftig ist hier das Marketing auch nicht zu bezeichnen. Wer sich dem Wahnsinn hingibt, heutzutage noch einen TV-Musiksender einzuschalten, kann der Omnipräsenz an angepriesenen Handyspielen, Klingeltönen, Wallpapers auf keinen Fall entrinnen. Ob diese Werbung als qualitativ hochwertig bezeichnet werden kann, sei dahingestellt, aber sie scheint sich zu lohnen.
Zahlreiche Zeitschriften wimmeln von ganzseitigen Anzeigen, vollgepackt mit kleinen Bildchen, die alle mobiles Entertainment pur versprechen. Verpackungen von Süßigkeiten schreien einen an: „schick Mobile Game XY an 123456 und hol dir das kostenlose Spiel YZ aufs Handy“. On-Pack Promotions sind seit geraumer Zeit der Knüller in der physischen Marketingwelt.
Im Internet hat der Konsument wohl die größten Schwierigkeiten, Seiten mit Handyspielen zu übersehen. Suchmaschinen, Banner, Google Adwords – ein Spieleportal nicht zu finden wäre die größere Herausforderung. An Marketingkampagnen mangelt es, jedenfalls zahlenmäßig, nicht.

Es fehlen nach wie vor Standards, ein bekanntes und viel bejammertes Thema. Virales Marketing aber braucht mehr als nur die perfekten technischen Voraussetzungen. Es braucht die Neuigkeit, das Produkt schlechthin, das so einzigartig, genial und faszinierend ist, dass es jeder sofort seinen Freundinnen und Freunden zeigen will, egal ob 14, 40, oder 74 Jahre alt. Eine tolle Grafik hilft der viralen Kampagne nichts, wenn dahinter als Spielprinzip nur die zehntausendste Sudoku-Variante steckt. Es braucht eine Killer-Applikation.

Die virale Vermarktung kostenloser Handyspiele ist auch heute schon nicht so schwer. Der Kanal ist da, das Handy ist in seinem Kern Kommunikation. Ein deutlich sichtbarer „Tell a friend“-Button im Spielemenü, durch den man auf sein Telefonbuch zugreifen kann und im Anschluss ein witziger Text erscheint mit passendem Link – wenn dann nicht erst eine Seite mit einem hundertspaltigen Drop-Down Menü für Handyhersteller und -modelle erscheinen müsste, sondern ein direkter Downloadlink, wäre die Chance auf einen neuen Spieler schon fast hundert Prozent. Vorausgesetzt das Spiel ist der Wahnsinn. Aber das war bereits die Aufgabe der Spieledesigner und der schwierigste Teil der Kampagne.

Virales Marketing - oder: das unkaputtbare Handy

21. März 2008

Vor ein paar Tagen finde ich ein Päcken im Büro. Drin ein in Sand und Nägeln verpacktes Handy. Ein was? Ja, ein Handy, welches in einer Platiktüte voller Sand und Nägel steckt. Zusammen mit einem handschriftlichen Brief: “Lieber Andreas, anbei ein sehr robustes Handy. Bin gespannt, ob Ihr es kaputt bekommt”. Absender ist ein gewisser Sven von der Kamps Markenberatung aus Berlin.

Sven kenne ich nicht, aber eine kurze Rückfrage per Xing bestätigte meinen Verdacht: ich bin das “Opfer” einer viralen Marketingkampagne, soll also so interessiert an diesem Handy im Sand sein, dass ich drüber blogge. Wenn Ihr das hier lesen könnt, hat’s wohl geklappt…

Das Handy ist ein Sonim XP1. Ziemlich groß, klobig und häßlich - aber das ist wohl Programm, denn es ist das robusteste Outdoor-Handy. Zumindest behauptet das der Hersteller. Habe es unter fließendem Wasser gereinigt und dann ein paar mal auf den Boden geschmissen, zumindest das machte ihm nichts aus.

Aber hey: Ihr schickt einem Anbieter von Handyspielen ein Handy zum Test, was kein Java kann?!?!?! Ok, vielleicht ist es zu was anderem zu gebrauchen. Telefonieren oder so? Technische Daten checken: Ja, kann es. Grad mal meine Kontakte reinladen… Oh, es gibt keine Outlook Synchronisation? Nicht mal irgendeine Software? Wie soll ich meine Kontakte denn in den Telefonbuchspeicher bekommen? Eingeben? Ja, geht’s noch?

Also: nette Marketing-Idee, die auch klappen könnte, wenn denn das Produkt was taugt. Wo der Trend heute zum Zweit- und Dritthandy geht, würde ich ja durchaus so ein Teil mitnehme. Aber meine Kontakte von Hand eingeben werde ich definitiv nicht! Dazu ist mir meine Zeit zu schade und dann nehme ich lieber ein kostengünstiges Billighandy mit Outlook Sync und ersetze es halt, wenn’s in ‘ne Pfütze gefallen ist.

Weitere Opfer der Kampagne habe ich übrigens bisher nur zwei gefunden: Florian und Nico haben auch so ein Päckchen bekommen.

Was mache ich jetzt damit? Meine Freundin meinte, Sie hätte bisher jedes Gerät kaputt bekommen, vielleicht gebe ich es ihr mal zum Testen? Ansonsten (also wenn wir’s nicht kaputt bekommen) will es die Agentur übrigens zurückgeschickt haben. Uncool - wenn Ihr schon Blogger benutzt, sollen die wenigstens was davon haben, oder?

Update 23.04.08: Noch ein paar weitere “Opfer”: Robert, Martin, der Focus und CNet. Und auch der Spiegel schreibt drüber, kritisiert aber, wie ich, den fehlenden Datenabgleich.