Mobile Marketing in Perfektion oder wie Obama die Massen begeistert
18. Juli 2008Mobile Marketing ist in Deutschland immernoch ein umstrittenes Thema, weil viele Menschen Angst davor haben, mit unerwünschten SMS überschwemmt zu werden. In Amerika ist das anders. Dort wird Mobile Marketing genutzt wie nirgendwo anders. Das Paradebeispiel heißt Barack Obama, der derzeitige Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterhält eine Website, auf der man sich kostenlos anmelden kann, um via SMS über Obamas Aktivitäten, Reden und die Wahltermine auf dem Laufenden gehalten zu werden. Zusätzlich kann man zu den Themen Gesundheit, Ausbildung, Irak etc. Informationen per SMS anfordern. Besonders junge Wähler fühlen sich von diesem fortschrittlichen Wahlkampf angezogen. Ich persönlich halte das für eine gute Errungenschaft: Man wird kurz informiert und hat die Möglichkeit bei weitergehendem Interesse per Internetrecherche weitere Informationen einzuholen.
Laut einer Studie der University of Michigan und der Princeton University wurde die Wahlbeteiligung bei den Wahlen im November 2006 um etwa 4% gesteigert, indem die Wähler per SMS einen Tag vor den Wahlen daran erinnert wurden, wählen zu gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Effekt unter anderem dadurch zustande kommt, dass sich der Wähler persönlich angesprochen fühlt. Gerade junge Wähler, die oftmals gar kein Festnetz haben, sind durch die traditionellen Methoden schwer zu erreichen. Auch Nachrichtensendungen im Fernsehen sprechen eher das ältere Publikum an. Die Mobile-Marketing-Methode wurde nicht nur von 59% der Wähler als hilfreich und sinnvoll angesehen, sondern verursachte auch nur geringe Kosten.
Obamas äußerst professionelle Mobile-Marketing-Kampagne wurde von der Politics Online Conference 2008 mit dem Golden Dot Award 2008 für Best Mobile/Text Message Campaign bedacht. McCain setzt auf eine traditionelle Werbekampagne, da kann für Obama ja eigentlich nichts mehr schiefgehen!
In Deutschland ist Mobile Marketing gerade in der Politik noch gar nicht populär. Ich persönlich fände es gut, wenn ich mich über Termine und Neuigkeiten im Bereich Politik per SMS informieren lassen könnte. Im stressigen Alltag wäre das eine echte Hilfe, um auf dem Laufenden zu bleiben und den Wahltermin nicht zu verschwitzen. Wichtig ist, den schlechten Ruf der Handywerbung hierzulande zu überwinden und es den Menschen als freiwilliges Informationsmedium näherzubringen! Im Informationszeitalter sollte von den Informationsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden!
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