Rosige Zeiten für Handyspiele

8. Januar 2009

Die Aussichten für den Handyspiele-Markt sehen gut aus. Davon geht zumindest die Mehrheit einer Gruppe von Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche aus und prognostizieren der Branche mindestens eine Umsatzverdopplung bis 2012. Mehr als ein Viertel der befragten Experten sehen die Entwicklung allerdings nicht ganz so positiv. Nach unzähligen Prognosen zum Mobile Games Markt und mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen auf dem Handymarkt, sehe ich die Handyspiele-Welt alles andere als schwarz.

Vergangenen Herbst hat der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft 52 Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche zur weiteren Entwicklung von Handyspielen befragt und erste Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass etwa die Hälfte der Befragten bis 2012 eine Verdopplung des Umsatzes in Europa erwartet. Ein Fünftel der Branchenkenner prognostiziert sogar eine Verdreifachung von derzeit 2,4 Milliarden Euro. Allerdings gibt es auch Meinungen, die von einem gleich bleibenden Umsatz (21%) und auch sinkenden Umsätzen innerhalb der nächsten drei Jahre ausgehen (6%).

Die tatsächliche Entwicklung wird wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen. Gerade in diesem Markt wurden in den vergangenen fünf Jahren höchst unterschiedliche Prognosen vorgelegt, die durch ungenaue Differenzierung und schwammige Definitionen meist völlig verzerrt waren. Mittlerweile hat sich Mobile Gaming jedoch etabliert und die Prognosen dürften glaubhafter werden. Ich denke, dass das Ende der Fahnenstange hier noch lange nicht erreicht ist.

Erst vor einigen Wochen beeindruckte Apple mit enormen Umsatz- und Download-Zahlen seines App Stores in nicht mal sechs Monaten. Immerhin waren fünfzig Prozent der Downloads Spiele und legten unter alle genutzten Anwendungen am stärksten zu. Das verwundert eigentlich nicht, denn wer einmal mit dem iPhone gespielt hat, wird schnell erkennen, dass das Spielerlebnis um Längen besser ist, als auf einem normalen Handy. Die Mehrheit besitzt aber nun mal ein normales Mobiltelefon. Das zeichnet sich auch deutlich in den jüngst veröffentlichten Ergebnisse von Nielsen über die meist verkauften Handyspiele in 2008 ab. Da kommen natürlich Zweifel auf, ob dieser Branche tatsächlich ein großes Wachstum bevorsteht:

Meiner Meinung nach wird der Markt für Mobile Games noch weiter an Fahrt gewinnen und die Zeichen stehen besser denn je. Selbst wenn der Handy Markt in Europa bereits gesättigt ist, werden Smartphones à la iPhone noch weitere Marktanteile hinzugewinnen, weil sie neue und vielfältigere Anwendungsmöglichkeiten, auch für Spiele, bieten. Noch in diesem Quartal wird das HTC G1 Telefon mit dem Android Betriebssystem in mehreren Ländern Europas verfügbar sein, darüber hinaus sind weitere Android-Modelle von anderen Herstellern bereits für Anfang 2009 angekündigt worden. Es wird also ein absolut interessantes Jahr mit spannenden Entwicklungen - auch für dem Mobile Games Markt.

Ob Tetris- und Pacman-Spiele dann bald der Vergangenheit angehören, ist jedoch tatsächlich sehr zweifelhaft. Beide Spiel-Titel sind in ihrer Bekanntheit einfach kaum zu schlagen und halten was sie versprechen: Simplen Spielmechanismus, der schnell und einfach zu begreifen ist – also perfekt für die Massen. Auch im Jahr 2012.

Erste Runde der Android Developer Challenge von Google ist entschieden

15. Mai 2008

Am zweiten Maiwochenende hat Google die 50 Gewinner der ersten Runde in der Android Developer Challenge bekannt gegeben. Unter den rund 1800 eingereichten Projekten wurden mobile Applikationen gekürt, die hinsichtlich Innovation, Einfallsreichtum und Nützlichkeit überzeugen konnten. Unter den Semifinalisten befindet sich auch Zelfi mit der interaktiven Gaming-Plattform JOYity.

Android Developer ChallengeAus der Gruppe der Semifinalisten werden Ende Juli 20 Finalisten auserkoren, die mit der Weiterentwicklung ihrer Applikation die Jury überzeugt haben und ein Preisgeld von insgesamt 3,75 Millionen Dollar kassieren. Also ein Grund mehr sich anzustrengen und die Anwendungen bis dahin Tip-Top zu optimieren.

Und das sind die Titel und Autorennamen der Semifinalisten:

  • AndroidScan - Jeffrey Sharkey
  • Beetaun - Sergey Gritsyuk und Dmitri Shipilov
  • BioWallet - Jose Luis Huertas Fernandez
  • BreadCrumbz - Amos Yoffe
  • CallACab - Konrad Huebner und Henning Boeger
  • City Slikkers - PoroCity Media und Virtual Logic Systems
  • Commandro - Alex Pisarev, Andrey Tapekha
  • Cooking Capsules - Mary Ann Cotter und Muthuselvam Ramadoss
  • Diggin - Daniel Johansson, Aramis Waernbaum, Andreas Hedin
  • Dyno - Virachat Boondharigaputra
  • e-ventr - Michael Zitzelsberger
  • Eco2go - Taneem Talukdar, Gary Pong, Jeff Kao und Robert Lam
  • Em-Radar - Jack Kwok
  • fingerprint - Robert Mickle
  • FreeFamilyWatch - Navee Technologies LLC
  • goCart - Rylan Barnes
  • GolfPlay - Inizziativa Networks
  • gWalk - Prof. Dr.-Ing. Klaus ten Hagen, Christian Klinger, Marko Modsching, Rene Scholze
  • HandWx - Weathertop Consulting LLC
  • IMEasy - Yan Shi
  • Jigsaw - Mikhail Ksenzov
  • JOYity - Zelfi AG
  • LifeAware - Gregory Moore, Aaron L. Obrien, Jawad Akhtar
  • Locale - Clare Bayley, Christina Wright, Jasper Lin, Carter Jernigan
  • LReady Emergency Manager - Chris Hulls, Dilpreet Singh, Luis Carvalho, Phuong Nguyen
  • Marvin - Pontier Laurent
  • Mobeedo - Sengaro GmbH
  • Multiple Facets Instant Messenger - Virgil Dobjanschi
  • MyCloset - Mamoru Tokashiki
  • PedNav - RouteMe2 Technologies Inc.
  • Phonebook 2.0 - Voxmobili
  • PicSay - Eric Wijngaard
  • PiggyBack - Christophe Petit und Sebastien Petit
  • Pocket Journey - Anthony Stevens und Rosie Pongracz
  • Rayfarla - Stephen Oldmeadow
  • Safety Net - Michael DeJadon
  • SocialMonster - Ben Siu-Lung Hui und Tommy Ng
  • SplashPlay
  • Sustain- Keeping Your Social Network Alive - Niraj Swami
  • SynchroSpot - Shaun Terry
  • Talkplay - Sung Suh Park
  • Teradesk - José Augusto Athayde Ferrarini
  • The Weather Channel for Android - The Weather Channel Interactive Inc.
  • TuneWiki - TuneWiki Inc.
  • Wikitude-the Mobile Travel Guide - Philipp Breuss
  • Writing Pad - ShapeWriter Inc

Es finden sich in erster Linie Applikationen, die sich die Vorzüge der Lokalisation via GPS zu nutze gemacht haben. Besonders interessant sind hierbei die Kombinationen verschiedener Funktionen aus dem Bereich Spiele und Social Networking. Allerdings bieten einige Titel überhaupt keine Informationen zu den Funktionen der Applikationen und man darf gespannt sein, was für eine interessante Anwendung sich hinter manch kryptischen Namen verbirgt.

Auffallend ist, dass sich relativ wenig Firmen qualifiziert haben, allerdings wurden offiziell nur 46 Namen der 50 Gewinner bekannt gemacht. Der Name von vier mysteriösen Teilnehmern der Challenge wurde noch nicht veröffentlicht. Offenbar wollen diese noch verdeckt arbeiten, was das Ergebnis des Finales noch spannender macht.

Nachtrag: Seit gestern ist auch eine kurze Darstellung der einzelnen Anwendung verfügbar. Außerdem kann die Liste der Juroren eingesehen werden.

Microsoft versus Google

7. Februar 2008

Microsoft buhlt um Yahoo!. Eine der größten Übernahmen in der Internetzeitgeschichte bahnt sich an. Natürlich türmen sich die Spekulationen und der Fokus konzentriert darauf, was die beiden Unternehmen miteinander verbindet und welche Chancen sie im Zusammenschluss als Wettbewerber gegen Google hätten. Fraglich bleibt außerdem, was von der Marke Yahoo! übrig bleibt, nachdem sich der Software-Riese das Internetunternehmen einverleibt hat. Wahrscheinlich nicht mehr viel.

In erster Linie wirft die Branche einen Fokus auf die Ähnlichkeiten der beiden Unternehmen, wo noch erhebliches Potential auszuschöpfen ist. So zeigte sich nach den Dezember-Statistiken in 2007 von Comscore, dass Microsoft und Yahoo! zwar weltweit mit 665 Millionen mehr Nutzer als Google mit 558 Millionen für sich verbuchen kann. Im Suchmaschinenmarkt hat Google allerdings mit weltweit 62,4% gegenüber dem Wettbewerbern Microsoft und Yahoo! (zusammen 15,7%) die Nase vorn. Da erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Google der Suchmaschinenmarkt in den kommenden Jahren streitig gemacht werden kann.

Was spricht also dennoch für eine Allianz im Suchmaschinenmarkt? Microsoft und Yahoo! besitzen über ihre Sozialen Netzwerke weit reichende Nutzerdaten, die von enormem Vorteil für zielgenaue, an das Nutzerprofil angepasste Anzeigenschaltungen für Werbekunden sein kann. Allerdings schwächelt im Augenblick auch dieses Segment: Aktuell zeichnen sich schwächere Werbeumsätze ab, als man insgesamt in der Branche erhofft hat. Offenbar will Microsoft mit aller Kraft einen Wettbewerber inszenieren, der Google ein wenig das Wasser abgraben soll.

Viele Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Vereinigung von Microsoft und Yahoo! auch zur Stärkung ihrer gemeinsamen Führungsrolle im Email- und Instant Messaging-Geschäft dienen soll. Interessant, aber eigentlich kaum von Bedeutung.

Viel zu kurz kommt in allen Analysen zudem der noch viel versprechende, blühende Markt im mobilen Sektor, denn dort kann man noch mit erheblichem Wachstum rechnen, während andere Märkte bereits als nahezu gesättigt gelten.

Nachdem Google mit dem mobile Standard-Betriebssystem Android eine klare Kampfansage gegen Windows Mobile ausgesprochen hat, ist es nur wahrscheinlich, dass dieser Markt eine bedeutende Rolle für Microsoft hat. Aber wie will sich Microsoft mit Yahoo! im Boot gegen Android stellen? Das Betriebssystem Windows Mobile ist für den Pocket PC, PDA, Smartphone-Markt, während Yahoo Yahoo! Go, das mobile Internet-Portal, ein Pendant zum großen Bruder im Web darstellt. Vielleicht erwartet den gemeinen Handynutzer bald ein breiteres Angebot an Betriebssystemen, ein Wettbewerb, der dem PC-Markt nicht unähnlich wird.

Allerdings wird Google ein entscheidender Vorteil zum Gewinner küren: Als First Mover kann sich der Suchmaschinen-Gigant auf dem jungen Mobile Markt bereits Marktanteile sichern, während die Zeit gegen Microsoft läuft. Alles in allem scheint sich der Software-Riese wirklich darauf einzustellen einen nennenswerten Wettbewerber in möglichst vielen Markt-Segmenten zu Google aufzubauen.

Indessen gerät Yahoo! zum Spielball der beiden Konkurrenten und wird angesichts dieser Dominanz immer stärker in den Hintergrund geraten. Keine der Kombinationen, weder Microsoft noch Goggle, erscheint für Yahoo! wirklich von Vorteil, der Internetkonzern muss sich aber entscheiden, denn alleine hat er keine Aussicht auf Erfolg. Schade um Yahoo!

Handy-Werbung wirkt!

21. November 2007

Der Portalbetreiber AOL hat sehr interessante Ergebnisse seiner aktuellen Studie „MobileAds“ der AOL Digital Marketing Group (DMG) zur Nutzung und Wirkung von Mobile Werbung veröffentlicht.

Es zeigt sich, dass zum einen das mobile Internet immer stärkere Akzeptanz findet und zum anderen mobile Ads durchaus wirksame Effekte hervorbringen. Für die Untersuchung wurden 684 AOL-Kunden einer Zufallsstichprobe zu ihrem Nutzungsverhalten des mobile Internets befragt.

heavy mobile internet user

Mehr als die Hälfte (53%) der befragten Handynutzer war bereits mobil im Internet. Ein Drittel der Gesamtstichprobe surft bereits mehrfach mobil, wobei die Nutzungsfrequenz stark variiert: 25% der Mehrfach-Mobil-Surfer ruft mehrmals pro Woche das mobile Internet auf, 7% sind 1-5 Mal im Monat online, 9% nur noch einmal in 3 Monaten und 59% sind noch seltener im mobile Internet. Dennoch wird diese Gruppe als heavy mobile Internetnutzer bezeichnet. Demografisch gesehen, werden die heavy mobile Internetnutzer überwiegend von jungen, männlichen Handybesitzern mit guter Schulbildung abgebildet.

Interessant ist auch der angegebene Zweck der mobile Internetnutzung. Ein Drittel der heavy mobile Internetnutzer nutzt das mobile Web zur Informationssuche, während nur 14% das mobile Internet zur Unterhaltung beziehungsweise zum Rumsurfen aufrufen. Mobile Online-Werbung ist von 42% der regelmäßigen Nutzer des mobilen Internets wahrgenommen worden, wovon mehr als ¾ der Benutzer aktiv Interesse an mehr Informationen zu dem beworbenen Produkt zeigte. Über 60% klickten direkt auf die Werbung auf dem Mobiltelefon, während 16% zu einem späteren Zeitpunkt über den stationären PC die beworbene Website besuchten.

Hinsichtlich der Werbeformen akzeptieren die mobile Web-User überraschenderweise vor allem Textlinks. Unterhaltsame, witzige Werbung, zum Beispiel in Form von Videos, sowie Mobile TV-Spots werden von über 50% der befragten heavy mobile Internetnutzer eher abgelehnt. Ganz sicher ist das aber nur eine Frage der Zeit (und Tarifstrukturen) bis hierfür deutlich stärkere Akzeptanz vorzufinden ist.

Die Ergebnisse der Studie „MobileAds“ stehen online zum Download zur Verfügung.

Den Geheimnissen der mobilen Werbung auf der Spur

23. Juli 2007

Mit ihrer ersten Mobile Marketing Studie hat die Firma MoMac das Mobile Marketing in England genauer unter die Lupe genommen, und gibt uns so erstmals einige Hinweise wie Werbende ihre Zielgruppe am besten erreichen und damit erfolgreich Mobile Marketing machen.

Erst einmal das interessanteste Ergebnis: 13% (!) der 16- bis 24-jährigen haben schon mal auf eine Mobile Werbung geklickt bzw. auf diese geantwortet. In Anbetracht der Tatsache, dass Mobile Marketing angeblich „noch in den Kinderschuhen“ steckt, fand ich diese Zahl erstaunlich hoch.

Weniger überrascht, dass auch die mobile Werbung die Zielgruppe richtig erwischen muss. Die Akzeptanz der verschiedenen mobilen Werbemöglichkeiten wird u.a. von Alter und Geschlecht bestimmt. Die textbasierten Werbeformate sind die beliebtesten (von 56% der User bevorzugt, allen voran die Damen mit 60%). Bei den videobasierten Formaten ist es genau anders herum: Hier sind die Männer (22%) aufmerksamer als die Frauen (nur 12%). Gerade bei den jüngeren Usern sind Videoformate besonders in.

Auch was das Bezahlen angeht, finden sich demographische Unterschiede. Während die älteren Semester (45+) das Modell pay-as-you-download (PAYD) bevorzugen (55%), akzeptiert die jüngere Zielgruppe (fast 50%) am ehesten Werbung im Austausch für interessante Inhalte wie Spiele etc..

Dieser Trend deckt sich auch mit den Ergebnissen einer Studie der Online Publishers Association (OPA), die eine Befragung zur Nutzung mobiler Werbung im europäischen Raum durchgeführt hat. Demnach betrachten 37% der befragten Personen eine Werbung im Austausch gegen kostenlose Inhalte. Noch interessanter ist aber, welchen Impuls die mobile Werbung ausgelöst hat. Fast jeder Zehnte traf eine Kaufentscheidung basierend auf mobiler Werbung, 26% wurden durch Handywerbung dazu angeregt eine Website zu besuchen und 14% verlangten weitere Produktinformationen.

Mein persönliches Fazit: Mobile Marketing ist mittlerweile so interessant geworden, dass bereits Zielgruppen-Studien in diesem Bereich in Auftrag gegeben werden. Die Ergebnisse haben mich überrascht, was Nutzung und Akzeptanz der mobilen Werbung angeht. Ich denke, in Mobile Werbung steckt ein Potenzial, das nicht zu unterschätzen ist, und in Zukunft aus dem Marketing Mix nicht mehr wegzudenken ist.

Und: Trotz der modernen Werbeform nicht die Weisheiten des klassischen Marketings vergessen: Erst die Zielgruppe richtig kennen, dann die Werbung erfolgreich einsetzen. : - )