Android hinter den Spiegeln: Mobile Augmented Reality
Lange Zeit fristeten Mobilfunktelefone das Dasein eines hässlichen Entleins: klein, grau und hin und wieder ein nervtötendes Getöse. Zwar konnte man mit ihnen mobil telefonieren. Ansonsten aber hatten sie immerzu nur aufzuholen, was die Großen und Schönen im Tierreich der Digitalelektronik längst zu bieten hatten.
Doch spätestens mit dem Aufkommen der neuen Smartphones sind Handys nicht nur wesentlich prächtiger geworden, haben sich vom piepsigen Taschendigitalwecker über polyphon dudelnde Game Boy-Aspiranten hin zu regelrechten Mini-PCs mit CD-Klang gemausert: Künftig könnten sie Dank der besonderen Kombination ihrer Fähigkeiten vom einstigen Me-Too zum Vorreiter neuer technologischer Entwicklungen aufsteigen.
Ein Bereich, in dem sich die neueste Smartphone-Generation um iPhone und G1 dabei besonders hervortut, ist Augmented Reality – die Verschmelzung der virtuellen Welt mit der sinnlichen Wahrnehmung bzw. unmittelbaren Wiedergabe der realen Welt. So erschien im Oktober 2008 mit dem Wikitude AR Travel Guide für das G1 laut Wikipedia die erste Endnutzer-Anwendung im Bereich Augmented Reality überhaupt. Die Open Source-Infrastruktur des Android-Betriebssystems scheint ihr Versprechen zu halten. Es handelt sich hierbei noch um eine sehr einfache Form der Augmented Reality, bei der simple Textinformationen zweidimensional in das G1-Kamerabild der dreidimensionalen realen Umgebung hinein projiziert werden – aber immerhin! Wikitude ruft dazu Daten aus Wikipedia ab, die mit GPS-Positionen verknüpft sind. Ein ähnliches, audiovisuell schon etwas aufwändigeres Konzept verfolgt auch Tonchidots iPhone-Applikation Sekai Camera, das neben GPS-basierten Datenbankabfragen auf die (vermutlich RFID-gestützte) Kommunikation mit lokalen Servern setzt.
Bezeichnend stark war das Thema Augmented Reality auch auf Nokias Mobile Games Innovation Challenge im Oktober vergangenen Jahres vertreten, sowie Anfang 2009 in den International Mobile Gaming Awards (IMGA). So vergab Nokia Platz 1 und damit 40.000,– € Preisgeld plus Vertrag an den schwedischen Entwickler A Different Game für dessen Augmented Reality-Abenteuerspiel Ghostwire auf Nokias N-Gage, in welchem der Spieler durch die Handy-Kamera Kontakt zu Geisterwesen aufnehmen können wird, die dazu halbtransparent in das Kamerabild eingeblendet werden sollen. Ghostwire erhielt auch zwei Nominierungen für die IMGA.
Kweekies: Augmented Reality fürs Smartphone (einfach den Wiedergabe-Button anklicken)
Unter den Nominierten auf beiden Veranstaltungen befand sich auch Kweekies vom französischen Entwickler int13, das unter anderem für das iPhone erscheinen soll und Augmented Environments Studie ARf zu einer putzig gestalteten Mischung aus Pokémon und Tamagotchi hochzüchtet. Zentrum des Spiels ist eine »magische« Scheibe, die, in das Blickfeld der Handy-Kamera gelegt, eine Einstein-Rosen-Brücke in ein Paralleluniversum bildet, über welche das virtuelle Haustier Eintritt in unsere Dimension findet. Gerät die Scheibe aus dem Blickfeld, verschwindet der ganze Zauber jedoch wieder. Denn auf der oben liegenden Seite ist sie mit einem Schwarzweißmosaik versehen, das als Messmarke für die korrekte Positionierung der 3D-Kreaturen im Raum fungiert und in seiner Erscheinung an QR-Codes erinnert. In Anbetracht dieser Ähnlichkeit halte ich es da nur für einen naheliegenden nächsten Schritt, dass QR-Codes im öffentlichen Raum beim Blick durch das Handy demnächst nicht nur auf ihren Informationsgehalt gescant werden können sondern – etwa in Verbindung mit Applikationen ähnlich der Sekai Camera – gleich auch animierte, dreidimensionale Grafikobjekte korrekt positioniert im Kamera-Bild erscheinen lassen! Der QR-Code könnte dabei auch schlicht die URL enthalten, unter der auf dem Server das 3D-Objekt abgelegt ist.














Am 18. März 2009 um 15:45 Uhr
Sehr gutes Video! Ich habe mich sehr gewundert,als ich das ganze gesehen habe.Echt gut.Eine tolle Idee.
Am 8. November 2009 um 21:00 Uhr
Die Entwicklung auf diesem Gebiet ist wirklich beeindruckend. Geschweige denn von den nächsten Schritten. Allerdings stellen aber die derzeitigen Probleme, ich denke da an die Akku-Laufzeiten oder die Performanz der Virtuellalisierung, auf der anderen Seite ein gewisses Fenster dar.
Das Video ist aber wirklich gut.
Viele Grüße.