CES 2009: »Spieglein, Spieglein in der Hand…«

Die jährliche Consumer Electronics Show, bekannt als weltweit größte Fachmesse der Unterhaltungselektronik, fand dieses Jahr vom 08. bis 10. Januar in Las Vegas statt und stand ganz im Zeichen neuer Bildschirmtechnologien.

Zunächst das Übliche: Die Bildschirmauflösungen und Bildwiederholfrequenzen sind wieder ein Stück gestiegen, die Farben noch brillanter, HDTV in aller Munde. Währenddessen werden die Bildschirme immer flacher, ja, mitunter so dünn inzwischen, dass man durch sie hindurchsehen oder sie, Dank OLED-Technologie, biegen und zusammenfalten kann. Letzteres macht sich Samsung zu Nutze und stellte auf der Messe einen neuen Handy-Prototypen vor, der die zunächst widersprüchlichen Konsumentenwünsche nach kompakten Handys einerseits und möglichst großen Handy-Bildschirmen andererseits unter einen Hut zu bringen verspricht. Zusammengeklappt ist das Modell nicht wesentlich größer als ein herkömmliches Klapp-Handy. Der Clou verbirgt sich im Innern: Ein Bildschirm, der sich nahtlos (!) über beide Gehäusehälften erstreckt und durch das Aufklappen zu einer beachtlichen Gesamtgröße aufgefaltet wird. Selbst in halb aufgeklapptem Zustand funktioniert er einwandfrei.

Der große Zukunftstrend der diesjährigen CES aber lässt sich mit einem Schlagwort zusammenfassen, wie es kürzer und prägnanter kaum sein könnte: »3D«. Hochauflösende Großbildschirme von Firmen wie Philips oder Panasonic mit »echter« Tiefenwirkung, ganz ohne die Notwendigkeit altmodischer 3D-Brillen, waren die Zuschauermagnete schlechthin und sorgten allenthalben für offene Münder. Auch sonst zeigten zahlreiche Hersteller Produkte rund um das Thema, wie etwa 3D-Webcams, 3D-Projektoren, 3D-Erweiterungen für aktuelle Videospielkonsolen und herkömmliche PCs oder neue, leichtere, kabellose Shutterbrillen. Es brodelt wieder heftigst in den Labors dieser Zukunftstechnologie, die schon seit langem auf ihren Durchbruch wartet und meiner Einschätzung nach den wirklichen nächsten Schritt nach Schwarzweiß-, Ton- und Farbbildreproduktion in ihren analogen wie digitalen Ausprägungen darstellt.


Auch Tom Hanks ließ sich vom 3D-Trend begeistern – hier bei einer Sony-Präsentation (Quelle: CES)

Derweil sorgt in diesem Zusammenhang die Firma Spatialview mit einem zunächst völlig unscheinbaren Zubehör für Apples iPhone für Aufsehen, das dessen Touchscreen ebenfalls in die dritte Dimension katapultieren soll und dazu nicht einmal irgendeine Stromzufuhr benötigt: Beim 3DeeShell handelt sich im Wesentlichen um ein Zweitgehäuse, in welches das iPhone eingesteckt wird, und an dessen Frontseite sich ein abnehmbares Sichtfenster für den iPhone-Bildschirm befindet. Der Trick: Das Sichtfenster besteht aus einem Raster von pixelbreiten Linsen, die das Licht abwechselnd mal in die eine, mal in die entgegengesetzte Richtung ablenken. Wird auf dem iPhone nun eine entsprechende Grafik eingeblendet, deren Pixel mal die eine, mal die andere Perspektive auf das selbe Objekt zeigen, so »sortieren« die Linsen die Pixel für den jeweiligen Blickwinkel, also jeweils einmal für das linke und das rechte Auge des Betrachters. Auf diese Weise entsteht ohne viel Aufwand eine »echte« optische Tiefenwirkung – genial einfach. Zwar wird diese folglich mit einer Halbierung der effektiven Bildschirmauflösung bezahlt. Dies scheint jedoch kaum ins Gewicht zu fallen, denn erste Augenzeugenberichte klingen sehr beeindruckt. So kürte The Unofficial Apple Weblog Spatialviews 3DeeShell mit seinem angekündigten Verkaufspreis von ca. 50 US-$ zum »Most Unexpected Cool Product« der Macworld Expo 2009, die sich mit der CES überschnitt.

Doch auch abseits der ganzen glitzernden Bildschirmpracht gab es interessante Neuigkeiten. So meldeten sich die begriffsprägenden PDA-Altmeister Palm zurück und hatten mit der Neuvorstellung ihres Smartphone-Kombattanten Prē einen großen Auftritt. Eigens ausgestattet mit dem neuen Betriebssystem Palm WebOS sowie Touchscreen plus bei Bedarf ausfahrbarer Mini-Schreibtastatur, soll der Prē vor allem durch seine Multitasking-Fähigkeiten bestechen und das Beste von iPhone und Blackberry in sich vereinen.

Zu guter Letzt sollte noch die Firma Horizon erwähnt werden, die unter dem Namen Minipak ein marktreifes Ladegerät auf Brennstoffzellenbasis vorstellen konnte. Vorgesehen ist es für solche mobile Geräte, die per USB aufgeladen werden können – sei das nun ein Handy, ein MP3-Player oder ein PDA. Die Ladestation soll einmalig ca. 50 US-$ kosten und mit Kartuschen zu je ca. 5 bis 10 US-$ nachgefüllt werden können.

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3 Reaktionen zu “CES 2009: »Spieglein, Spieglein in der Hand…«”

  1. Jan

    Diese 3DeeShell hört sich wirklich interessant an. Jetzt müssten als nächstes noch die 3d-Bedienungen kommen…

  2. Kent

    Für weitere Informationen, quasi “aus erster Hand”, über Spatialviews 3D-Rasterlinsen-Addons wie 3DeeShell und die entsprechende Variante für Macbooks empfehle ich noch folgendes Video auf YouTube — aufgenommen auf der Macworld 2009:

    http://jp.youtube.com/watch?v=Qb3bCrlyFSQ

    Das größte Manko der iPhone-Version dürfte darin liegen, dass der Screen mit dem Gewinn der 3D-Fähigkeit weitgehend seine Touch-Fähigkeit verliert. Dennoch könnte Spatialviews Konzept insbesondere aufgrund seiner effizienten Einfachheit durchaus wegweisend sein, etwa für künftige/andere Mobile Devices, speziell für tragbare Videospielkonsolen, sowie insgesamt für Computer- und TV-Bildschirme.

  3. Beate

    Hallo,
    finde das schon sehr interessant. Die Idee für 3D gefällt mir sehr.Bin schon mal auf die Folge gespannt.Danke für diese Infos, toller Blog.

    Gruß Beate

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