»Drama, Baby!« – das Handy als komödiantischer Kommunikationskatalysator
Ein altes Medium trifft ein neues: Im Theater wird die schiere Existenz des Handys schon länger gewürdigt – und wenn mitunter bloß als ungewolltes akustisches Lebenszeichen aus dem Zuschauerraum. Mit Mòbil – Comèdia telefònica digital jedoch hat der namhafte spanische Dramatiker Sergi Belbel das Mobiltelefon wohl zum ersten Mal in der Theatergeschichte nicht nur zu einem dezidierten Element der Handlung sondern, mit dessen speziellen Eigenschaften, zum zentralen Agens des gesamten Stücks erhoben. (Damit hat er der Lebenswirklichkeit der Menschen der modernen Gegenwart und ihrem kleinen digitalen Begleiter eine längst überfällige Rechnung getragen, wie ich meine.)
Uraufgeführt wurde das Stück 2006 in Kopenhagen. Beginnend mit der Premiere am 08.01.2009, wird es nun von den Mainzer Kammerspielen, in der Heimatstadt der Zelfi AG also, unter dem deutschen Titel Mobil – eine digitale Telefonkomödie ins Programm genommen und noch bis Anfang Februar in fünf weiteren Aufführungen zu sehen sein.

Mobil-Plakatillustration (Mainzer Kammerspiele)
In Belbels Verwechslungskomödie um drei Frauen und einen Mann spielt das Handy ganz sich selbst und brilliert durch seine Rolle als Katalysator zwischenmenschlicher Kommunikation und menschlichen Handelns in all deren spannenden Facetten – im Guten wie im Schlechten. Am Schauplatz eines Flughafens, eines weiteren Inbegriffs moderner Mobilität, dient es zunächst scheinbar nur der bequemen Erledigung alltäglicher Korrespondenzen. Im Laufe des Stücks aber bringt es Liebende zusammen, deckt Lebenslügen auf, wird jedoch auch zum Instrument der Intrige sowie zum Auslöser einer Bombe für ein Attentat umfunktioniert. »Drama, Baby!« – niemand kann sich der Magie und den Möglichkeiten dieses Mediums entziehen.
Mit Mòbil spielt Belbel exemplarisch mit dem dramaturgischen Potential dieses Kommunikationsmittels, das auch die Zelfi AG längst erkannt hat. Nicht von ungefähr lautet das Motto von Zelfis mobiler location-based Gaming Platform JOYity: »Anything can happen«













