Raus aus der Schublade und ab in die Post – Handyrecycling ist einfacher als gedacht

Bei vielen Menschen vergammeln alte Handys einfach daheim in der Schublade. Bei mir ist das ganz genauso: Ich habe bisher keinen Gedanken daran verschwendet, wohin damit. In die Schublade und weg! Dass es aber einige Möglichkeiten gibt, das alte Handy umweltgerecht zu entsorgen, und dabei evtl. etwas zu verdienen oder der Umwelt zu helfen, war mir bisher nicht bewusst. Ich habe mich einfach nie darum gekümmert. Einigen meiner Mitmenschen scheint es genauso zu gehen: Laut einer Studie von Nokia werden gerade einmal 3% aller alten Mobiltelefone recycelt und nach Schätzungen des Marktführers der Recycling-Branche Umicore ist es sogar nur 1%. Da wundert man sich schon, wo die ganzen Mobiltelefone hinverschwinden. Schließlich wurden 2007 1,2 Milliarden produziert. Laut einem Bericht der US-Regierung wird vermutet, dass schon im Jahre 2005 eine halbe Milliarde Handys in US-Schubladen ein Schattendasein fristeten. Tendenz steigend. Warum ist das eigentlich so? Was bringt einen dazu ausrangierte Elektronikkleingeräte massenweise aufzuheben? Ist es die emotionale Bindung an das Kommunikationsgerät, das einem so viele schöne Verabredungen beschert hat? Oder ist es einfach nur, weil ein paar Handys mehr oder weniger in der Schublade einfach nicht stören? Ein anderer möglicher Grund ist, dass viele einfach nicht wissen, wo man das Handy abgeben kann.

Doch gibt es gute Gründe sich mit dem Thema Handy-Recycling einmal näher zu beschäftigen:

In Mobiltelefonen sind Schwermetalle, wie beispielsweise Cadmium oder Blei, enthalten, die die Umwelt belasten, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt werden. Elektronikkleingeräte dürfen daher auch nicht in den Hausmüll gelangen. Zusätzlich enthalten Handys wertvolle Rohstoffe, wie Gold, Platin oder Kupfer. Diese Stoffe sind zwar nur in kleinen Mengen enthalten, bei einer halben Milliarde Alt-Handys würde jedoch einiges zusammenkommen. Die Wiederverwendung dieser Rohstoffe schont die Ressourcen und somit auch die Umwelt.

Hat man sich nun entschieden, das Handy aus der Schublade zu nehmen und es zu recyclen, stellt sich die Frage, wem überlasse ich meinen veralteten Mobilfreund?

Eine gute Möglichkeit bietet T-Mobile zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. Man kann die Versandtaschen kostenlos auf der T-Mobile-Seite im Internet bestellen und das Porto für den Handyversand wird auch übernommen. Zusätzlich werden pro Telefon 5 Euro an die Deutsche Umwelthilfe überwiesen, um Umwelt- und Naturschutzprojekte zu unterstützen.

Eine andere Möglichkeit bietet Vodafone. Auch hier kann man die Versandtaschen kostenlos bestellen und das Handy kostenlos versenden. Ein Betrag von 3,50 Euro wird pro Handy an die Deutsche Kinderkrebsstiftung überwiesen.

Für die Geschäftstüchtigen unter uns hat Talkgreener.de ein interessantes Angebot: Je nach Handymodell und Funktionstüchtigkeit bekommt man einen bestimmten Betrag für sein altes Handy - auch für kaputte Handys. Außerdem wird für jedes eingeschickte Handy ein Baum gepflanzt. Bei diesem Modell profitiert sowohl die Umwelt als auch man selbst. Auch hier können die Versandtaschen kostenlos im Internet bestellt werden.

Bei all diesen Vorteilen fragt man sich, warum man die alten Handys nicht schon längst einem dieser Anbieter hat zukommen lassen. Bei soviel gemeinnützigem Potential sollte man nicht lange fackeln und sich auf die Bestellformulare der Versandtaschen stürzen. Ich warte schon darauf, das meine ankommen und ich mit meinen ausrangierten Handys endlich einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann!

Share and Enjoy:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Mixx
  • Google
  • Blogosphere News
  • Live
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • Reddit
  • Technorati
  • Yigg
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • LinkArena

Eine Reaktion zu “Raus aus der Schublade und ab in die Post – Handyrecycling ist einfacher als gedacht”

  1. Micha

    Während man sich hierzulande Gedanken über Umwelt und Ressourcenschonung mittels Wiederverwertung macht, bringen die Franzosen ein “Einweg”-Handy (BIC) auf den Markt. Ist das nicht verrückt?

Einen Kommentar schreiben