Werbung aufs Handy - Wollen wir das?

Die Werbeindustrie entdeckt immer neue Wege bei potentiellen Kunden neue Produkte und Services anzupreisen. Aktuell ist Werben über Bluetooth im Gespräch und seit einiger Zeit nutzen immer mehr Unternehmen diesen Weg: Über Werbetafeln und einen Bluetooth-Hotspot werden SMS-Botschaften oder Downloads aufs Handy übertragen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Handybesitzer Bluetooth aktiviert hat.

Teilweise wundert man sich, wie dreist diese Werbebotschaften sind! Eine australische Marketingfirma hatte beispielsweise den Auftrag für die neue Big Brother-Staffel zu werben. Da die Sendung ja schon Big Brother heißt, wurde der Name auch gleich zum Motto der Werbeaktion. An verschiedenen Bushaltestellen wurden Bluetooth-Sender angebracht, die Passanten zwei Nachrichten schickten. In der ersten Nachricht stand: “Ich sehe dich. Du stehst an der Haltestelle XY” und in der zweiten 30 Sekunden später, wann die nächste Folge von Big Brother ausgestrahlt wurde.

Dieser Schockeffekt ist doch eher eine zweifelhafte Werbestrategie. Abgesehen davon, dass sich einige Leute sicher wirklich erschreckt haben (unter anderem sicher auf Grund zahlreicher Filme, die genau mit Situationen wie diesen spielen), ist unerwünschtes Spamming mit irgendwelchen Sendeterminen definitiv nicht der richtige Weg, Werbeinformationen unter die Leute zu bringen!

Aber auch wenn einige solcher schwarzen Schafe unter den Marketingunternehmen zu finden sind, gibt es doch auch andere, die die Möglichkeiten dieser neuen Werbemethode angemessen einzusetzen wissen: In der Kölner Innenstadt nutzte ein Onlineplattenladen die Werbemöglichkeit und stellte ein Werbeplakat auf, das den neuen Song von Nelly Furtado als kostenlosen Download bereitstellte. Handybesitzer mit eingeschaltetem Bluetooth bekamen eine Nachricht, dass ein Download bereitliege und andere hatten durch das Plakat die Möglichkeit ihr Bluetooth vorübergehend zu aktivieren und so ebenfalls von dem kostenlosen Download zu profitieren. An diesem Werbevorgehen ist nichts auszusetzen! Auch ich würde mir eine kostenlose mp3 herunterladen, wenn ich denn selbst entscheiden darf, ob ich das möchte. Sehr erzürnt wäre ich jedoch, wenn ich Schockwerbung und noch dazu unaufgefordert auf mein Handy erhalten würde.

Erfolgreiche Handy-Werbung hängt meiner Meinung nach von hauptsächlich zwei Faktoren ab: 1. ob Handybesitzer grundsätzlich bereit sind, Werbung auf ihrem Handy zu empfangen und 2. ob sie konsumentenrelevante Informationen geboten bekommen; ob es sich um sinnvolle Informationen, Gutscheine und interessante Downloads handelt oder ob das Ganze einfach nur in den Bereich Spamming fällt.

Auf positives Feedback stieß auch die Werbeaktion in der Allianz-Arena. Hier wurde man erst gefragt, ob man Interesse an den Handy-Specials hatte. Lehnte man ab, wurde man nicht mehr behelligt. Die Videos und Bilder wurden wohl nicht nur sehr positiv aufgenommen, sondern teilweise noch an Freunde und Bekannte weitergeleitet. So multiplizierte sich der Werbeeffekt ohne weiteren Aufwand seitens der Allianz Arena.

Auch in diesem Fall konnten nur diejenigen angesprochen werden, deren Bluetooth aktiviert war, aber ich denke, das ist ein positiver Nebeneffekt: Wer gar nicht behelligt werden möchte, kann dem ganzen Werberummel auf dem Handy so ganz einfach entgehen und wenn befürchtet wird, dass diesen Leuten interessante Neuigkeiten entgehen, kann über Plakate darauf aufmerksam gemacht werden, dass über Bluetooth Handyspecials direkt aufs Handy geschickt werden.

Generell ist es immer besser Bluetooth zu deaktivieren oder nur bei Bedarf zu aktivieren, da Hacker in der Lage sind, die Hotspots in Virenfallen umzuprogrammieren oder auch per Laptop das Handy ganz einfach gehackt werden kann. Natürlich hilft das Deaktivieren nichts, wenn man sein Bluetooth gezielt an einem gehackten Hotspot einschaltet, aber ein Restrisiko bleibt eben immer. Im Internet schützt ein Virenscanner auch nicht zu 100 %. Das Ausschalten hilft aber zumindest dagegen, dass man irgendwelche Viren oder Spionagesoftware aufs Handy bekommt, ohne es zu merken.

Fazit: Handywerbung ist eine gute Sache mit viel Potential, wenn sie denn seriös verwendet wird und einen Mehrwert für den Kunden bietet. Außerdem sollte jeder selbst entscheiden können, ob er das möchte, da die Frage, ob Handywerbung einfach und praktisch oder ein unerwünschtes Eindringen in die Privatsphäre des Einzelnen ist, sehr stark mit dem individuellen Empfinden zusammenhängt!

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3 Reaktionen zu “Werbung aufs Handy - Wollen wir das?”

  1. Naturfreund

    Für mich ist Handywerbung nervig. Es sind zwar wirklich nette und auch seriöse Ideen mit dem vorher Fragen ob man Informationen möchte. Trotzdem fühle ich mich allein durch diese Nachricht bereits belästigt. Und besonders dadurch das die Effektivität der gefragten Werbung über Bluetooth ganz gut funktioniert wird es nur noch einige Monate dauern bis man in jedem öffentlichen Bluetooth Bereich lästige Werbeanfragen erhält.

  2. Silvia

    Ist doch die Frage, haben wir eine Wahl? also zum Thema Handywerbung war letztne ein guter Artikel auf sms-puls.de zu lesen! und bei den ganzen free sms Anbietern kann man es kaum noch verhindern Werbung aufs Handy zu bekommen, was natürlich auch manchmal zum Vorteil sein kann ;P

    Silvia

  3. emanuel

    Es kommt halt immer auf die Werbung an. Deshalb sind die verursacher ja immer darauf aus, den Leuten, denen Sie die Werbung versenden, vorher die Interessenrichtung zu entlocken. Wenn die Sender das auch geschickt machen und nicht übertreiben, dann sollte es für Empfänger evt. nicht belästigend sein.
    Man nehme das Bsp. von Google Adsense.

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