Trends im Handykosmos und die Sci-Fi-Zukunft

Tattoo-HandyDie Technologiewelle wird immer größer, türmt sich immer weiter auf, rast über die digitalen Ozeane und bleibt niemals stehen. Geräte und Möglichkeiten, die man vor fünf Jahren noch in die Kategorie Science-Fiction gesteckt hätte, sind heute schon real. Sie erleichtern Menschen das Leben, erschaffen gleichzeitig aber auch neue Zwänge und Anforderungen, die für viele blanke Überforderung sind. Die Entwicklung verläuft immer schneller, denn die Voraussetzungen und Zugänge für kreative Köpfe werden, auch im mobilen Bereich, immer einfacher während das erforderliche Know-How immer komplexer wird.

Megan Fox berichtet von der diesjährigen Computers in Libraries Konferenz (CIL) über aktuelle Trends im Handybereich, die nicht nur für Programmierer, sondern für die ganze Mobilfunkbranche von Bedeutung sind. Hier ein paar Stichpunkte dieser Bestandsaufnahme:

Nicht nur die großen, hochauflösenden Displays und Speicherkapazitäten aktueller Smartphones bieten riesige Entwicklungsflächen. Open-Source-Betriebssysteme wie Android, OpenMoko oder Ubuntu erlauben es Entwicklern heute, losgelöst von technischen Engpässen, leicht ihre Ideen in Applikationen zu verwandeln.

Die Verbindung von physischer und virtueller Welt wird immer enger und fließender: die Handykamera erlaubt es, Bilder aus der Realität digital in die weltweite Datenautobahn zu bringen, Infos über diese Bilder herauszufinden. 2D-Barcodes auf Plakaten bringen den Konsumenten in einen virtuellen Bereich, in dem sie mehr denn je über ein Produkt erfahren können.

Die Interaktion zwischen Mensch und Gerät, oder Mensch zu Mensch mittels eines Geräts wird immer ausgefeilter. Programme wie Jott wandeln gesprochene Notizen in Text um, der auch durch wenige Worte an Personen per Mail gesendet werden kann, denn: „Life is busy“. Vor wenigen Tagen erst verbesserte Yahoo seine Suche durch Spracheingabe. Verbesserungswürdig sind weiterhin andere Arten der Interaktion: Berührungs- und Gestensteuerung mildern die Schwierigkeit, kleine Displays und Tasten zu benutzen.

Mobil ist anders. Das haben mittlerweile alle verstanden und deshalb wird Content immer mehr den Anforderungen des Handys angepasst. Durch diese Anforderungen entstanden bereits unzählige Firmen, die sich darauf spezialisiert haben Content handygerecht für Unternehmen aufzubereiten oder umzuwandeln. Zu ihnen zählen beispielsweise roundpoint oder Mobi site galore.

Auch mobiler Web Content ist anders als „normaler“ Web Content. Mühsam und für die meisten unvorstellbar, ein ganzes Buch am heimischen Computer zu lesen. Mobile E-Books aber sind unaufhaltsam im Kommen: noch werden sie eher als Megatrend des verrückten Japans angesehen, doch weltweit und auch in Europa wächst, wenn auch gering, aber merklich die Zahl der Anbieter. Denn ein echtes Buch passt nicht in jede Handtasche, das Handy jedoch sehr wohl und ist auch permanent griffbereit.

Mobile Search wiederum ist nicht gleich Online Search. Mobile Suche braucht als Resultate nicht noch mehr Links, sondern „Informationshäppchen“. Wiederum Yahoo hat dieses Bedürfnis erkannt und bietet bereits teilweise im ersten Suchschritt direkte Resultate. Neben der Suche per Spracheingabe ist auch SMS eine Möglichkeit an Informationen zu gelangen: beispielsweise bietet diet.com einen „Kalorienservice“, bei dem der Handybesitzer eine SMS mit der Produktbezeichnung einer großen Restaurantkette an eine Nummer schickt und als Antwort die Nährwerte dieses Essens erhält.

Entwicklungen, die es teilweise schon gibt, teilweise noch nach Zukunftsmusik klingen, aber zukünftig Trends werden könnten, sind laut Megan Fox:
E-Ink-Papier, eine Alternative zu energiefressenden LCD-Displays: ist ein Dokument erst einmal geladen, braucht es keinen Strom mehr um weiterhin angezeigt zu werden. Heiß begehrt unter Managern ist er bereits jetzt: der ins Handy integrierte Beamer, der praktisch an alle Wände eine Präsentation, oder auch allen erdenklichen Blödsinn werfen kann. Manch einer fürchtet sich jetzt schon vor „visuellem Spam“. Bereits erhältlich sind auch 3D Rundum-Brillen, die z.B. an DVD-Player angeschlossen werden und den Film auf die Netzhaut projezieren, wohingegen Kontaktlinsen, die drahtlos mit mobilen Geräten verbunden Texte und Informationen à la Terminator empfangen, noch eine Vorstellung von Wissenschaftlern sind.

Ein Stift, der sich merkt, was man gerade auf den Zettel gekritzelt hat – der ist schon im Handel erhältlich. Alles Geschriebene wird gespeichert und kann auf den PC übertragen werden, in Hand- oder Druckschrift (Fly Fusion Pentop, Digiscribble).

Reine Science-Fiction und gleichzeitig eine gruselige Vorstellung liefert das „Tattoo-Handy - ein in den Arm implementiertes Handy, das die Energie vom eigenen Blutkreislauf erhält. Das eigene Handy ist jetzt schon, zumindest psychisch, Teil der meisten Menschen. Aber es auch physisch ein Teil werden zu lassen? Eine Vorstellung, die Würgreiz verursacht. Irgendwann wird es möglich sein – hoffentlich nicht zu bald.

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