Die mobile Welt 2008 – Kampf der Giganten?

Mobilfunkbranche im Wandel

Wirft man einen Blick auf das vergangene Jahr, ist mit einem flüchtigen Blick schon zu erkennen, was die Mobilfunkbranche 2007 am meisten auf Trab hielt: natürlich, das I-Phone. Egal von welcher Seite man dieses Gerät betrachtet – es polarisierte. Es gab Menschen, die im Sommer auf nichts sehnlicher warteten als es endlich in eigenen Händen zu halten. Andere wiederum waren genervt vom ganzen Hype um das Apple-Produkt und wetterten dagegen. Egal war es kaum jemandem.

Unabhängig davon welche Position man vertreten mag ist nicht abzustreiten, dass das I-Phone Maßstäbe in Sachen Benutzerfreundlichkeit setzt. Mit seinem hochauflösenden Display schafft es den notwendigen Raum für aufwändige Grafiken und damit für Videos, Spiele, TV und Flash-Animationen. Mittlerweile gibt es bereits einige Konkurrenzprodukte, die dem Apple-Handy durchaus das Wasser reichen können.

Die technischen Finessen dieser Geräte wiesen in die Zukunft der Möglichkeiten, wie mobile Anwendungen zukünftig gestaltet werden können. Doch nach wie vor stöhnten Softwareentwickler über die Unzahl minimal verschiedener Handy-Betriebssysteme, die jeden Enthusiasmus über eine neue Anwendung in der langen Testphase verfliegen ließen.

Ihre Misere sollte sich schneller ändern als mancher erwartet hätte. Im Herbst letzten Jahres verdichteten sich, nach vielen Mutmaßungen über ein Google-Handy, die Gerüchte um ein mobiles Betriebssystem des Suchmaschinenriesen. Dieses Gerücht sollte schnell Substanz erhalten, denn bald darauf kündigte Google sein geplantes Riesenbaby an: Android. Die Nachricht schlug in der Handywelt ein wie eine Bombe, auch wir berichteten. Die Open-Source-Plattform könnte der Liebling aller frustrierten Spieleentwickler werden, denn mit ihm wird die größte Hürde, die als quälende Zeitverschwendung empfundene Testphase, im Boden versinken. So sieht es Baris Karadogan, Risikokapitalgeber bei ComVentures.

Für alle Unternehmen der Handyspielebranche gab es am letzten Tag des vergangenen Jahres eine richtig erfreuliche Nachricht. Die New York Times berichtete über das starke Wachstum des europäischen Mobile Games Marktes. 33 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr erwartet Mark Mulligan von JupiterResearch London. Das bedeutet eine Umsatzsteigerung auf 550 Millionen US-Dollar.

Alles deutet darauf hin, dass dieser Erfolg anhalten wird, denn die Voraussetzungen für gute Handyspiele, die auch einfach verbreitet werden können, werden fortlaufend erfüllt. Die Preise für Internetnutzung, sowohl für stationäre als auch mobile, sind entgegen dem allgemeinen Anstieg der Gebühren für Telekommunikation gesunken. Noch lange nicht genug um mobiles Surfen noch weiter zu verbreiten, aber die Tendenz ist da.

Neben den Branchenriesen hat, mit weitaus weniger Tamtam, gleichzeitig ein kleiner Browser still und leise das Surfen auf „Normalhandys“ erfolgreich revolutioniert: Die vierte Version des Opera Mini wurde in der ersten Woche nach seiner Veröffentlichung Mitte Juni bereits über acht Millionen Mal heruntergeladen.

Insgesamt steigt die Zahl der Handybesitzer weltweit weiterhin stark an, gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern. „Die Presse“ berichtete im Februar des letzten Jahres unter anderem von sechs Millionen Handy Neu-Kunden pro Monat in China. In manchen europäischen Ländern kommen auf eine Person bereits drei Mobiltelefone. Damit vergrößert sich gleichzeitig auch die Anzahl potentieller Spieler. Baris Karadogan ist sich sogar sicher, dass immer mehr Menschen, die vorher kein Interesse an Konsolensspielen hatten, Handyspiele für sich entdecken werden. Dies begründet er unter anderem mit der gegenwärtigen Entwicklung der Spiele „sozial“ zu werden – spielen gegen Freunde anstatt gegen das Gerät oder fremde Personen.

Wer und was das Jahr 2008 prägen wird, ist also offensichtlich. Ein weiterer wichtiger Begriff des Jahres 2007, Mobile Social Networking, wird 2008 ein noch wichtigerer werden. Dafür wird vor allem Android Sorge tragen. In einem Atemzug mit den Netzwerken wird auch Mobile Advertising weiter an Bedeutung gewinnen. Das I-Phone wird weiterhin die Gemüter in Aufregung versetzen – man darf jetzt schon gespannt sein, wie Apples Reaktion auf Googles Betriebssystem ausfallen wird. Man wird sich auf jeden Fall weiterhin auf das MP3-Geschäft mit I-Tunes konzentrieren. Nachdem es zuerst hieß Android werde im zweiten Quartal 2008 erhältlich sein, brodelte die Gerüchteküche bereits wieder: von einem ersten Release im Februar war die Rede. Sicher ist, dass Google seinen Androiden der Öffentlichkeit im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorstellen wird.

Egal, zu welchem Zeitpunkt Android dann letztendlich veröffentlicht wird – das Jahr 2008 wird auf jeden Fall spannend. Wird es zu einem Kampf der Giganten kommen oder werden sie ganz einfach den Markt unter sich aufteilen? Vorgestern wurde die dritte Version der Yahoo-Plattform „Go“ veröffentlicht – hat sie überhaupt eine Chance sich zu behaupten oder ist es nur ein letzter, aber hoffnungsloser Versuch in David-und-Goliath-Manier gegen Google anzukommen?

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Eine Reaktion zu “Die mobile Welt 2008 – Kampf der Giganten?”

  1. Oliver Belikan

    zu ähnlichem Szenario gibt es hier diese Veranschaulichung als Kampf im Haifischbecken…
    Offensichtlich gibt es solche Entwicklungen in sehr vielen Branchen, wobei in der mobilen Szene aktuell sehr viel Musik zu sein scheint.

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