Meet me mobile

Meine Profilseite updaten, wissen was die Freunde gerade machen, mir die neuesten Fotos von ihnen anschauen, neue Leute kennen lernen – das Social networking hat einen Weg auf die Handys gefunden. AirG, eine speziell für Handys konzipierte Community, hat erst kürzlich die 20 Millionen-Nutzer-Marke überschritten, wie Frederick Ghahramani, Mitgründer, in einem Interview mit MediaPost vor ein paar Tagen verkündete.

Mobile Social Networking ist ein Mainstream-Phänomen geworden. Und mit den steigenden Nutzerzahlen steigt auch die Anzahl der Gelegenheiten für Unternehmen ihre Werbung zu platzieren. Mit AirG arbeiten unter anderem Pizza Hut und Axe. Was ist das Erfolgsgeheimnis dieser Community? Immerhin besitzt sie keinen großen Web-Bruder wie beispielsweise Myspace.

Laut eigenen Angaben rührt der Erfolg daher, dass sie ihre beiden Partner – die Werber und die User – genau mit dem versorgen, was sie brauchen. Ersteren kann AirG laut eigenen Angaben detaillierte demografische Daten wie Alter, Ort, Geschlecht und selbst Verhaltensweisen und Meinungen bieten. Seine Zielgruppe zu verfehlen dürfte einem Unternehmen also eher schwer fallen.
Der Erfolg auf Seiten der Nutzer liegt laut Ghahramani darin, sich nicht vom Hype um die neuesten High-End Geräte wie das I-Phone irreführen zu lassen, sondern den Massenmarkt zu bedienen. Die fünf beliebtesten Handys nämlich, die für den Zugang zu AirG benutzt werden, haben einen Verkaufspreis von unter 100 US-Dollar. Damit wird auch schlagartig klar, dass die User von mobilen sozialen Netzwerken keine Bürohengste sind. 60 Prozent der AirG-User besitzen keinen eigenen PC.
Ohne abwertend klingen zu wollen, es sind die 18-30-jährigen mit serviceorientierten Jobs wie der Nachtwächter oder der Starbucks-Angestellte, die mit ihren Handys verbunden sind.“ Logisch – warum sollte ein Manager auf dem Mobiltelefon herumfriemeln, wenn hinter ihm sein Laptop auf dem Schreibtisch steht?

60 Prozent ohne eigenen Computer – Mobiles Marketing offenbart sich als eine gigantische Möglichkeit für Unternehmen diese Gruppe dennoch über einen Multimedia-Kanal zu erreichen. Auch die Prognosen für den Sektor sehen gut aus: Juniper prognostiziert der Chat- und Datingbranche einen Nutzeranstieg von jetzt knapp 40 auf 260 Millionen im Jahr 2012. Die erwarteten Einnahmen für 2010 liegen bei über einer Milliarde US-Dollar.

Der Mobile Advertising Markt ist zwar in technischer Hinsicht noch stark fragmentiert, doch die Tendenz Richtung Standardisierung und Vereinheitlichung ist da. AirG hat es bereits geschafft verschiedene Marken, Märkte und Netzwerke unter einen Hut zu bringen.

Meiner Meinung nach sollten Unternehmen, die im mobilen Netz werben wollen, darauf achten in technischer Hinsicht ein breites Publikum anzusprechen, denn, wie James Cameron so treffend formuliert: “Tapping into the long tail of average users, so to speak, is definitely where the action is.”

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