Innovationen über Innovationen auf dem Handymarkt: Das Handy als Barcodeleser
22. September 2008Ein interessantes Konzept des Mobile Marketing soll demnächst in Deutschland eingeführt werden. In Japan und Südkorea ist es schon weit verbreitet und von den Usern auch gut aufgenommen worden. Die Technologie dazu hat die japanische Firma Denso Wave schon im Jahr 1994 entwickelt. Es handelt sich dabei um einen zweidimensionalen Barcode. Der Code heißt QR Code, wobei das QR für (engl.) quick response = schnelle Antwort steht. Allerdings war das Ganze vom Toyota-Konzern initiiert, um Baugruppen und Komponenten zu kennzeichnen. Nun wurde der Barcode für Mobile Marketing entdeckt und auch schon erfolgreich eingesetzt. Da fast alle neuen Handys heutzutage eine Kamera integriert haben, fehlt eigentlich nur noch die Software, um aus einem normalen Handy einen Barcodeleser zu machen.
In Japan werden QR Codes verwendet, um beispielsweise Internetadressen in Zeitschriften, Informationsblättern oder auf Werbeplakaten zu kodieren. Der Nutzer muss den Code dann nur noch scannen, um automatisch auf die gewünschte Seite geleitet zu werden. Anwendungsbeispiele, die in Japan sehr beliebt sind, sehen alle Arten des Entertainments vor, aber auch eTicketing oder Reiseinformationen. Auch Telefonnummern und Adressen können verschlüsselt werden und der Nutzer erspart sich so mühseliges Abtippen. Einfaches Einscannen genügt und man kann Nummern einfach im Telefonbuch abspeichern oder Adressen im Adressbuch ablegen.
In Deutschland wurde erstmalig im November 2007 in der Zeitung Welt Kompakt der QR Code eingeführt. Verschlüsselt wurden damit Internetadressen mit Zusatzinformationen zu den jeweiligen Artikeln.
Einziger Stolperstein für die flächendeckende Einführung dieser Codes ist derzeit noch, dass kein internationaler Standard existiert und somit nicht jede Software alle Codes lesen kann. Das ist allerdings in Arbeit und somit ist es nur eine Frage der Zeit bis wir Zusatzinformationen bequem per Handy abrufen können und Informationen von Visitenkarten nicht mehr per Hand abspeichern, sondern einfach einscannen. Meiner Meinung nach hört sich diese Technologie äußerst viel versprechend an und wird gerade in den von Seiten der Handynutzer mit so viel Skepsis betrachteten Bereich des Mobile Marketing frischen Wind bringen. Denn diese Art des Mobile Marketing verspricht aufgrund seines Pull-Charakters effektiv und informativ zu sein ohne auch nur annähernd mit Spamming in Verbindung gebracht werden zu können.
