Innovationen über Innovationen auf dem Handymarkt: Das Handy als Barcodeleser

22. September 2008

Ein interessantes Konzept des Mobile Marketing soll demnächst in Deutschland eingeführt werden. In Japan und Südkorea ist es schon weit verbreitet und von den Usern auch gut aufgenommen worden. Die Technologie dazu hat die japanische Firma Denso Wave schon im Jahr 1994 entwickelt. Es handelt sich dabei um einen zweidimensionalen Barcode. Der Code heißt QR Code, wobei das QR für (engl.) quick response = schnelle Antwort steht. Allerdings war das Ganze vom Toyota-Konzern initiiert, um Baugruppen und Komponenten zu kennzeichnen. Nun wurde der Barcode für Mobile Marketing entdeckt und auch schon erfolgreich eingesetzt. Da fast alle neuen Handys heutzutage eine Kamera integriert haben, fehlt eigentlich nur noch die Software, um aus einem normalen Handy einen Barcodeleser zu machen.

In Japan werden QR Codes verwendet, um beispielsweise Internetadressen in Zeitschriften, Informationsblättern oder auf Werbeplakaten zu kodieren. Der Nutzer muss den Code dann nur noch scannen, um automatisch auf die gewünschte Seite geleitet zu werden. Anwendungsbeispiele, die in Japan sehr beliebt sind, sehen alle Arten des Entertainments vor, aber auch eTicketing oder Reiseinformationen. Auch Telefonnummern und Adressen können verschlüsselt werden und der Nutzer erspart sich so mühseliges Abtippen. Einfaches Einscannen genügt und man kann Nummern einfach im Telefonbuch abspeichern oder Adressen im Adressbuch ablegen.

In Deutschland wurde erstmalig im November 2007 in der Zeitung Welt Kompakt der QR Code eingeführt. Verschlüsselt wurden damit Internetadressen mit Zusatzinformationen zu den jeweiligen Artikeln.

Einziger Stolperstein für die flächendeckende Einführung dieser Codes ist derzeit noch, dass kein internationaler Standard existiert und somit nicht jede Software alle Codes lesen kann. Das ist allerdings in Arbeit und somit ist es nur eine Frage der Zeit bis wir Zusatzinformationen bequem per Handy abrufen können und Informationen von Visitenkarten nicht mehr per Hand abspeichern, sondern einfach einscannen. Meiner Meinung nach hört sich diese Technologie äußerst viel versprechend an und wird gerade in den von Seiten der Handynutzer mit so viel Skepsis betrachteten Bereich des Mobile Marketing frischen Wind bringen. Denn diese Art des Mobile Marketing verspricht aufgrund seines Pull-Charakters effektiv und informativ zu sein ohne auch nur annähernd mit Spamming in Verbindung gebracht werden zu können. 

Leben die Deutschen in einer Servicewüste?

10. September 2008

Wenn sich die zwei Jahre nach Verlängerung des Handyvertrags mal wieder dem Ende zuneigen, stellt sich regelmäßig die Frage, welches Modell soll es denn diesmal sein? Wer keine Lust hat stundenlang Handyzeitschriften zu wälzen und evtl. dann noch Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen, geht einfach in den Laden und lässt sich beraten. Doch vor kurzem wurde in einer Studie festgestellt, dass Deutschland diesbezüglich eine Servicewüste ist: Zum einen verwirren technikbegeisterte Verkäufer die Käufer mit Fachchinesisch, sodass sie nach der Beratung weniger wissen als vorher, zum anderen sind inkompetente und nicht ausreichend ausgebildete Verkäufer nicht in der Lage ihre Unwissenheit zu verbergen, was dazu führt, dass sich der Kunde schon kurz nach Betreten des Ladens fragt, wer eigentlich der Experte auf dem Gebiet Mobiltelefone ist. Von 104 Geschäften bekamen nach der Studie auch 14 direkt die Note mangelhaft. Befriedigend oder ausreichend bekamen 53 Läden. Somit schnitten weniger als die Hälfte der Geschäfte gut oder sehr gut ab. Ein Armutszeugnis. Außerdem könnten mit guter Beratung mehr Kunden angesprochen und überzeugt werden. Davon würden auch die Handygeschäfte selbst profitieren, die so ihren Umsatz steigern.

Schaut man nun von Deutschland auf die USA, stellt man fest, dass sie dort servicetechnisch schon ein wenig weiter sind. Der drittgrößte amerikanische Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel bietet Käufern eine umfassende Einführung in ihr neues Handy an. Die neue Handygeneration wird immer komplexer und viele Kunden nutzen aus Unwissenheit nur einen Bruchteil der Funktionen, die das neue Handy bietet. Dem soll entgegengewirkt werden. Einen Tag lang schloss das Unternehmen alle Filialen und schulte die Mitarbeiter. Das Handy soll direkt im Laden eingerichtet werden, sodass sich der Kunde daheim nur noch ums Benutzen kümmern muss. Auch Apple und Microsoft sind auf dem richtigen Weg: Apple betreibt so genannte Genius Bars und Microsoft hat angekündigt noch dieses Jahr einen vergleichbaren Service anzubieten.

Leute, die wie ich zu faul sind sich lange mit der Bedienungsanleitung rumzuschlagen, verpassen so einige Funktionen, von denen sie einfach nicht wissen, dass es sie gibt. Ich finde die Idee einer Einführung in das Funktionsspektrum super. 

Als rasender Reporter mit dem Handy durch Afrika

26. August 2008

In Afrika gibt es seit Mai 2007 das Projekt Voices of Africa. Es soll helfen, in Afrika die journalistische Berichterstattung auszubauen, da trotz beträchtlichen Fortschritts die Zahl der afrikanischen Reporter und Journalisten immernoch relativ klein ist. Momentan umfasst es sechs afrikanische Länder: Kenia, Südafrika, Ghana, Mosambik, Kamerun und Tansania. Die Africa Interactive Media Foundation hat das Projekt ins Leben gerufen, bei dem talentierte junge Männer und Frauen mit hochwertigen Handys und Tastatur ausgestattet werden, um journalistisch tätig zu sein. Die Technologie, die das möglich macht, heißt GPRS. Mittels GPRS können Bilder, Texte, Audio-Inhalte und Videos ins Internet geladen und so vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Die teilnehmenden Afrikaner sind als “Camjos” bekannt, einer Wortkombination von “camera” und “journalist”. Sie dokumentieren das Leben in Afrika und schreiben über interessante Ereignisse. Das Projekt ermöglicht Einblicke in Afrika, die sonst nicht so einfach hätten realisiert werden können und fördert talentierte junge Menschen. Außerdem zeigt es wieder einmal welches Potential im Handy und den neuen Technologien steckt, wenn man sie an den richtigen Stellen einsetzt!
Auch die spanische Zeitung El Pais hat die Bürgerjournalisten für sich entdeckt, allerdings mutet das Ganze meiner Meinung nach ein bisschen bizarr an: Amateurjournalisten können über “Yoperiodista” Bilder, Texte und Videos ins Netz stellen, die allerdings nur veröffentlicht werden, wenn sie von der Redaktion ausgewählt werden. Bürger “arbeiten” also unentgeltlich und zahlen im zweifelsfall noch SMS- und MMS-Gebühren für Beiträge, die später aussortiert werden. Das Geltungsbedürfnis einiger Leute scheint ziemlich hoch zu sein… Allerdings können Bürgerjournalisten auch auf Missstände aufmerksam machen für die namhafte Journalisten weder Interesse noch Zeit haben. Auf der Seite von El Pais kann man beispielsweise eine Bushaltestelle bewundern, die komplett zugewachsen ist. Vielleicht erbarmt sich nach dem Artikel jemand und sorgt dafür, dass man von den Bänken außer Grünzeug wieder etwas sieht.
Auch die Paparazzikultur wird durch die technischen Möglichkeiten der Handys gefördert. Viele Zeitungen bieten Geld für gute Amateurfotos. Wer bei einem Unfall erst einmal das Handy zückt, um ein Foto zu schießen, kann mit ein bisschen Glück sogar einen kleinen Profit einstreichen. Viele Fotos und Videos werden allerdings auch einfach bei YouTube eingestellt. Manchmal ist es wirklich erschreckend bei welchen Gelegenheiten Leute ans Filmen denken.
Also: Nieder mit dem Sensationsjournalismus und ein Hoch auf die Afrikaberichterstattung!

Mit dem Handy zur Traumfigur - Ein neues Konzept soll Jugendlichen beim Abnehmen helfen

22. August 2008

Ständig werden neue Einsatzgebiete für Handys gefunden und das Funktionsspektrum wächst stetig. So haben jetzt die MEDIGREIF-Inselklinik Heringsdorf (Usedom) und das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) Rostock einen Weg gefunden, Jugendliche mit dem Handy beim Abnehmen zu unterstützen, eine Maßnahme, die bei Jugendlichen sicher gut ankommt, da das Handy sowieso ein ständiger Begleiter der meisten Teenies ist.
Das Konzept funktioniert folgendermaßen: Die Geräte verfügen über einen integrierten Bewegungssensor, der die körperliche Aktivität des Kindes misst. Bewegt sich das Kind zu wenig, wird es von seinem Handy darüber informiert und bekommt somit die Möglichkeit gegen den Bewegungsmangel vorzugehen. Bei gesteigerter körperlicher Aktivität, wird es mit einer digitalen Überraschung belohnt. Das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen für einen gesunden Lebenswandel wird auf diese Weise sensibilisiert und geschult. Auch bei der Ernährung soll das Handy unterstützen: Jede Mahlzeit wird per Handykamera aufgenommen und dann an einen Ernährungsexperten weitergeleitet, der sich mit den Jugendlichen über ihre Essgewohnheiten unterhält und sie mit ihnen analysiert.
Momentan ist das Ganze noch eine Gemeinschaftsstudie der Klinik und des Fraunhofer-Instituts, die Anfang Mai gestartet wurde. 80 bis 120 übergewichtige Kinder und Jugendliche arbeiten unter Zuhilfenahme des Handys in der Klinik an ihrem Gewicht. Auch nach dem Klinikaufenthalt soll das Handy als eine Art Langzeittherapie weiter die Ernährung und die Aktivitäten kontrollieren.
Eine gute Idee mit großem Potential! Bei dem derzeitigen Anstieg übergewichtiger Kinder und Jugendlicher ist dieses Programm sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die Tatsache, dass das Handy einbezogen wird, birgt meines Erachtens besonderes Potential, da es bei der heutigen Jugend zugleich Statussymbol und Unterhaltungsmedium Nr. 1 ist und somit zusätzlich motiviert.

Das Handy als Briefmarkenkiller?

19. August 2008

Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass man in der heutigen Gesellschaft immer noch nicht alles gemütlich von zu Hause per E-Mail erledigen kann? Da heißt es dann bei verschiedenen Bestellungen und besonders bei Kündigungen, dass man das Ganze ausgedruckt und über den Postweg zur jeweiligen Behörde oder zum jeweiligen Unternehmen schicken muss. Einen Drucker hat man ja normalerweise daheim und wenn er sogar funktioniert, ist die erste Hürde schon genommen - vorausgesetzt die Formulierung ist mit Leichtigkeit aus der Feder geflossen, aber vor dieser Herausforderung bewahrt einen selbst die E-Mail nicht. Auch sie will geschrieben und gut formuliert sein. So weit, so gut. Papier war im Haus, Drucker funktioniert und dann hat man sogar noch einen Briefumschlag gefunden! Doch da war noch etwas… ja, genau: Die Briefmarke. Man hätte den Brief so einfach morgens auf dem Weg zur Arbeit schnell einwerfen können. Aber nein, auf Grund dieses kleinen, klebenden Vierecks, muss man einen Parkplatz suchen, sich in eine Schlange stellen und darauf warten, dass man an die Reihe kommt. Mit diesem Umstand soll jetzt Schluss sein: Seit Freitag, dem 15. August, kann man Standardbriefe und Postkarten per Handy frankieren. Einfach eine SMS mit dem Stichwort “Brief” oder “Karte” an die Nummer 22122 schicken. Man bekommt dann umgehend einen Code zurückgeschickt, der auf dem Brief oder der Karte anstelle der Briefmarke vermerkt werden muss. Der Dienst ist zur Zeit im Markttest und wird in Zusammenarbeit mit T-Mobile und Vodafone angeboten. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Im Verhältnis zum traditionellen Weg mit Briefmarke ist das Verschicken relativ teuer. 85 Cent für eine Karte und 95 Cent für einen Standardbrief plus SMS- oder Gesprächsgebühren ist mir persönlich einfach zu teuer! Da werde ich mich lieber weiterhin oben geschilderter Tortur aussetzen. Wenn die Preise allerdings gesenkt würden, wäre ich sofort mit von der Partie! Auch wenn es schade um die gute alte Briefmarke ist.

Olympia 2008 - Was tun, wenn der Fernseher streikt oder außer Reichweite ist?

15. August 2008

Von Lappalien wie einem kaputten Fernseher oder olympiafeindlichen Arbeitszeiten lässt sich ein echter Olympia-Fan nicht unterkriegen. Wozu hat man denn ein Handy? Verschiedene Angebote ermöglichen es dem Nutzer immer up-to-date zu sein. Auf dem web’n walk Portal von T-Mobile kann man sich über ein Olympia-Special freuen. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit das Ganze live über MobileTV zu verfolgen. Wenn allerdings nicht der Fernseher schuld hat, sondern der Arbeitgeber sollte man sich überlegen, ob man sich nicht mit einem SMS- oder MMS-Service zufrieden gibt. Schließlich ist Fernsehen auf der Arbeit nicht gern gesehen. Auch Vodafone bietet News, Fernsehen und SMS/MMS-Service. Zusätzlich gibt es verschiedene mobile Internetadressen, die Informationen zur Verfügung stellen. Beispielsweise Yahoo, die BBC und die ARD bieten interessanten Seiten an.

Mobiles Fernsehen hat natürlich den Vorteil, dass man Hambüchens unglückliche Patzer oder Britta Steffens Freude über ihre “geile” Goldmedaille live mitverfolgen kann und nicht auf die Wiederholung in den Nachrichten angewiesen ist. Denn wer möchte seinen Favoriten nicht auf dem Weg zum Sieg begleiten oder mit ihm über eine nichtausreichende Leistung trauern? Und das ohne zeitliche Diskrepanz!

Es zeigt sich: Ein wirklicher Olympiafan findet seinen Weg, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Am schönsten wäre es ja, es würde endlich ein Weg gefunden werden, sich mit dem Handy direkt nach Peking, China zu beamen, um die Spiele dort live anzusehen. Doch ich glaube, dass wir darauf noch ein wenig warten müssen und in der Zwischenzeit tut es auch ein Webportal, mobiles Fernsehen oder ein SMS-Service.

Freie Meinungsäußerung in China? SMS macht’s möglich!

5. August 2008

Die Zensur der Medien in China, speziell auch des Internets ist uns allen schon seit längerem ein Begriff. Selbst im olympischen Pressezentrum ist der Zugang eingeschränkt, auch wenn für Olympia jetzt eine Lockerung greift und einige traditionell zensierte Seiten zugänglich gemacht wurden.
Doch China hat jetzt die SMS entdeckt, im positiven wie im negativen Sinne: Da die 850 Millionen Mobiltelefone in China nicht alle kontrolliert werden können, setzt China nun darauf, den Eindruck einer allgegenwärtigen Kontrolle hervorzurufen. Frei nach dem Motto: Big Brother is watching you! Somit wurden kürzlich in Lhasa massenweise SMS verschickt, die die Bevölkerung der tibetischen Stadt daran erinnerten das Gesetz einzuhalten. Das US-Magazin Newsweek nannte die neue Strategie der psychologischen Einschüchterung ‘Repression 2.0‘. Die Version 1.0 war subtiler, hintergründiger. Doch die Tatsache, dass SMS eben nicht kontrolliert werden können, birgt auch ein großes Potential: In der chinesischen Stadt Xianmen protestierten etwa eine Million Chinesen per SMS gegen den Bau einer Chemiefabrik, die Paraxylol herstellen sollte, bei dessen Produktion hochgiftige Abfälle entstehen. Der Bau wurde gestoppt. Ein großer Erfolg für Xianmen, dank dem Short Message Service.
Wir werden in Zukunft noch einiges hören von der Mobilfunktechnologie und ihrem Potential. Es ist schon erstaunlich, was alles damit machen kann: Barack Obama nutzt SMS-Nachrichten, um seine Wähler an den Wahltermin zu erinnern und die Chinesen zum Protest und zur Unterdrückung gleichzeitig. Die Politik im Allgemeinen scheint sich immer mehr an den modernen Formen der Informationsübermittlung und an Mobile Marketing-Strategien zu orientieren. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit bis uns Angie auch per SMS über aktuelle Vorkommnisse informiert. Als Podcast ist sie ja schon erhältlich!

Interessante Daten zum Thema mobiles Internet

24. Juli 2008

Stellen Sie sich vor, Sie könnten das Internet immer und überall nutzen… Moment, das geht doch! Mit Hilfe des Handys kann man verschiedene Internetservices (fast) überall nutzen.
Sie warten auf eine wichtige E-Mail, aber haben keinen Zugang zum Computer? Rufen Sie sie einfach über Ihr Handy ab. Sie diskutieren über etwas mit einem Freund und sind sich sicher, Recht zu haben? Beweisen Sie es mit mobilem Internet. Sie suchen nach einem bestimmten Geschäft, aber haben die Adresse vergessen? Suchen Sie sie im mobilen Internet. Sie sitzen wartend an der Bushaltestelle und sind total gelangweilt, weil der Bus Ewigkeiten braucht? Laden Sie sich ein Handyspiel runter. Es gibt so viele Gelegenheiten, bei denen das mobile Internet Ihr Leben einfacher und angenehmer gestalten kann, dass ich mich frage, warum so wenige Deutsche es wirklich benutzen.

Eine Studie von Nielsen Mobile zeigt, dass 15,6% der Amerikaner mobiles Internet nutzen, aber nur etwa 7% der Deutschen. Deutschland ist bei der Studie, bei der 16 Länder untersucht wurden, auf Platz 8 gelandet, die USA hingegen auf dem ersten und UK mit etwa 13% auf dem zweiten. Im Mai 2008 gab es in den USA 40 Millionen aktive Internetnutzer. Von 2006 auf 2008 verdoppelte sich die Anzahl der aktiven Nutzer fast. Überraschenderweise stellte die Gruppe der 35- bis 54jährigen 37% der Nutzer. Ich hätte gedacht, dass die Nutzer eher jünger sind, aber die 13- bis 24jährigen machen nur etwa 25% aus. Die zweitgrößte Altersgruppe sind die 25- bis 34jährigen mit etwa 27%. Keineswegs überraschend jedoch ist, dass die über 55jährigen mit etwa 11% die wenigsten Nutzer stellen. Es kann abschließend festgestellt werden, dass die 25- bis 54jährigen Amerikaner das mobile Internet am meisten nutzen.

Aber nicht nur die Anzahl der Nutzer unterscheidet sich von USA zu Deutschland, auch die Top5 der verwendeten Geräte: In den USA werden sie vom Motorola RAZR/RAZR2 angeführt, das mit 10% auf dem ersten Platz gelandet ist. Es folgt das Apple iPhone mit 4%, die RIM Blackberry 8100-Serie (2%), die RIM Blackberry 8800-Serie (2%) und die Motorola Q-Serie (2%). In Europa (untersucht wurde u.a. Deutschland) steht das Nokia N95 mit 5% an erster Stelle, das Nokia N70 folgt auf dem zweiten Platz mit 4%, gefolgt vom Motorola RAZR/RAZR2, Sony Ericsson K800i und dem Nokia N73 mit jeweils 3%.

Interessanterweise zählen zu den Top3 Webservices in den USA Portale - wie Yahoo und Google - E-Mail und das Wetter. Ich persönlich finde es merkwürdig, dass Leute ihr Handy verwenden, um Informationen über so etwas Triviales wie das Wetter abzurufen, aber offensichtlich ist das genau das, was sie interessiert. Immerhin ist das Wetter nur an dritter Stelle und an erster und zweiter stehen Portale und E-Mail. Das ergibt mehr Sinn für mich. Ich nehme an, dass auch wenn wir Deutschen ein bisschen skeptischer zu sein scheinen in Bezug auf neue Technologien, in der Zukunft ein Großteil der deutschen Bevölkerung mobile Internetflatrates nutzen wird und sich ein Leben ohne ständigen Zugang zum Internet gar nicht mehr vorstellen kann.

Mobile Marketing in Perfektion oder wie Obama die Massen begeistert

18. Juli 2008

Mobile Marketing ist in Deutschland immernoch ein umstrittenes Thema, weil viele Menschen Angst davor haben, mit unerwünschten SMS überschwemmt zu werden. In Amerika ist das anders. Dort wird Mobile Marketing genutzt wie nirgendwo anders. Das Paradebeispiel heißt Barack Obama, der derzeitige Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterhält eine Website, auf der man sich kostenlos anmelden kann, um via SMS über Obamas Aktivitäten, Reden und die Wahltermine auf dem Laufenden gehalten zu werden. Zusätzlich kann man zu den Themen Gesundheit, Ausbildung, Irak etc. Informationen per SMS anfordern. Besonders junge Wähler fühlen sich von diesem fortschrittlichen Wahlkampf angezogen. Ich persönlich halte das für eine gute Errungenschaft: Man wird kurz informiert und hat die Möglichkeit bei weitergehendem Interesse per Internetrecherche weitere Informationen einzuholen.

Laut einer Studie der University of Michigan und der Princeton University wurde die Wahlbeteiligung bei den Wahlen im November 2006 um etwa 4% gesteigert, indem die Wähler per SMS einen Tag vor den Wahlen daran erinnert wurden, wählen zu gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Effekt unter anderem dadurch zustande kommt, dass sich der Wähler persönlich angesprochen fühlt. Gerade junge Wähler, die oftmals gar kein Festnetz haben, sind durch die traditionellen Methoden schwer zu erreichen. Auch Nachrichtensendungen im Fernsehen sprechen eher das ältere Publikum an. Die Mobile-Marketing-Methode wurde nicht nur von 59% der Wähler als hilfreich und sinnvoll angesehen, sondern verursachte auch nur geringe Kosten.

Obamas äußerst professionelle Mobile-Marketing-Kampagne wurde von der Politics Online Conference 2008 mit dem Golden Dot Award 2008 für Best Mobile/Text Message Campaign bedacht. McCain setzt auf eine traditionelle Werbekampagne, da kann für Obama ja eigentlich nichts mehr schiefgehen!

In Deutschland ist Mobile Marketing gerade in der Politik noch gar nicht populär. Ich persönlich fände es gut, wenn ich mich über Termine und Neuigkeiten im Bereich Politik per SMS informieren lassen könnte. Im stressigen Alltag wäre das eine echte Hilfe, um auf dem Laufenden zu bleiben und den Wahltermin nicht zu verschwitzen. Wichtig ist, den schlechten Ruf der Handywerbung hierzulande zu überwinden und es den Menschen als freiwilliges Informationsmedium näherzubringen! Im Informationszeitalter sollte von den Informationsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden!

Raus aus der Schublade und ab in die Post – Handyrecycling ist einfacher als gedacht

15. Juli 2008

Bei vielen Menschen vergammeln alte Handys einfach daheim in der Schublade. Bei mir ist das ganz genauso: Ich habe bisher keinen Gedanken daran verschwendet, wohin damit. In die Schublade und weg! Dass es aber einige Möglichkeiten gibt, das alte Handy umweltgerecht zu entsorgen, und dabei evtl. etwas zu verdienen oder der Umwelt zu helfen, war mir bisher nicht bewusst. Ich habe mich einfach nie darum gekümmert. Einigen meiner Mitmenschen scheint es genauso zu gehen: Laut einer Studie von Nokia werden gerade einmal 3% aller alten Mobiltelefone recycelt und nach Schätzungen des Marktführers der Recycling-Branche Umicore ist es sogar nur 1%. Da wundert man sich schon, wo die ganzen Mobiltelefone hinverschwinden. Schließlich wurden 2007 1,2 Milliarden produziert. Laut einem Bericht der US-Regierung wird vermutet, dass schon im Jahre 2005 eine halbe Milliarde Handys in US-Schubladen ein Schattendasein fristeten. Tendenz steigend. Warum ist das eigentlich so? Was bringt einen dazu ausrangierte Elektronikkleingeräte massenweise aufzuheben? Ist es die emotionale Bindung an das Kommunikationsgerät, das einem so viele schöne Verabredungen beschert hat? Oder ist es einfach nur, weil ein paar Handys mehr oder weniger in der Schublade einfach nicht stören? Ein anderer möglicher Grund ist, dass viele einfach nicht wissen, wo man das Handy abgeben kann.

Doch gibt es gute Gründe sich mit dem Thema Handy-Recycling einmal näher zu beschäftigen:

In Mobiltelefonen sind Schwermetalle, wie beispielsweise Cadmium oder Blei, enthalten, die die Umwelt belasten, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt werden. Elektronikkleingeräte dürfen daher auch nicht in den Hausmüll gelangen. Zusätzlich enthalten Handys wertvolle Rohstoffe, wie Gold, Platin oder Kupfer. Diese Stoffe sind zwar nur in kleinen Mengen enthalten, bei einer halben Milliarde Alt-Handys würde jedoch einiges zusammenkommen. Die Wiederverwendung dieser Rohstoffe schont die Ressourcen und somit auch die Umwelt.

Hat man sich nun entschieden, das Handy aus der Schublade zu nehmen und es zu recyclen, stellt sich die Frage, wem überlasse ich meinen veralteten Mobilfreund?

Eine gute Möglichkeit bietet T-Mobile zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. Man kann die Versandtaschen kostenlos auf der T-Mobile-Seite im Internet bestellen und das Porto für den Handyversand wird auch übernommen. Zusätzlich werden pro Telefon 5 Euro an die Deutsche Umwelthilfe überwiesen, um Umwelt- und Naturschutzprojekte zu unterstützen.

Eine andere Möglichkeit bietet Vodafone. Auch hier kann man die Versandtaschen kostenlos bestellen und das Handy kostenlos versenden. Ein Betrag von 3,50 Euro wird pro Handy an die Deutsche Kinderkrebsstiftung überwiesen.

Für die Geschäftstüchtigen unter uns hat Talkgreener.de ein interessantes Angebot: Je nach Handymodell und Funktionstüchtigkeit bekommt man einen bestimmten Betrag für sein altes Handy - auch für kaputte Handys. Außerdem wird für jedes eingeschickte Handy ein Baum gepflanzt. Bei diesem Modell profitiert sowohl die Umwelt als auch man selbst. Auch hier können die Versandtaschen kostenlos im Internet bestellt werden.

Bei all diesen Vorteilen fragt man sich, warum man die alten Handys nicht schon längst einem dieser Anbieter hat zukommen lassen. Bei soviel gemeinnützigem Potential sollte man nicht lange fackeln und sich auf die Bestellformulare der Versandtaschen stürzen. Ich warte schon darauf, das meine ankommen und ich mit meinen ausrangierten Handys endlich einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann!